Zahlen für 2019 Bundeswehr stellt minderjährige Soldaten ein

150 Länder weltweit haben die Rekrutierung Minderjähriger für ihre Armeen gestoppt - anders als Deutschland. Mehr als 1500 waren es 2019. Kritiker sagen: Das Militär ist "kein Platz für Kinder".
Rekruten der Bundeswehr beim Gelöbnis in Berlin (im November 2019)

Rekruten der Bundeswehr beim Gelöbnis in Berlin (im November 2019)

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Zwischen Januar und November 2019 hat die Bundeswehr insgesamt 1534 minderjährige Soldaten neu eingestellt. 974 davon waren freiwillig Wehrdienstleistende, die anderen 560 ließen sich als Zeitsoldaten rekrutieren. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag zurück, die am Dienstag von der Kampagne "Unter 18 nie!" veröffentlicht wurde.

Das Bündnis, dem unter anderem die Bildungsgewerkschaft GEW, Pax Christi und terre des hommes angehören, hält das für ein "skandalös hohes Niveau". 150 Länder weltweit hätten die Rekrutierung minderjähriger Jungen und Mädchen als Soldaten mittlerweile gestoppt, heißt es in einer Erklärung des Bündnisses - Deutschland bisher jedoch nicht. Die Bundesregierung solle sich jetzt dem weltweiten Trend anschließen, "denn eine Armee ist kein Platz für Kinder und Jugendliche“, so Ralf Willinger von terre des hommes.

Bisher mehr als 13.000 Soldaten unter 18

Die Zahl der minderjährigen Rekruten ist den Angaben zufolge 2019 leicht gesunken. Dennoch waren 669 Soldatinnen und Soldaten sogar so jung, dass sie auch nach Ablauf der Probezeit beziehungsweise ihres Widerrufsrechts noch nicht volljährig waren. Seit Aussetzung der Wehrpflicht haben mehr als 13.000 Minderjährige ihren Dienst bei der Bundeswehr angetreten.

Die Vertreter von "Unter 18 nie!" verweisen auf die Uno-Kinderrechtskonvention, die die Rekrutierung von Minderjährigen verbietet, sowie auf den Uno-Ausschuss für die Rechte des Kindes und die Kinderkommission des Bundestags, die Deutschland wiederholt empfohlen hatten, das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre anzuheben.

„Auch in der Bundeswehr kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen der Kinderrechte wie Unfällen bei militärischen Übungen, sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen. Statt Minderjährige solchen Gefahren auszusetzen, sollte die Bundesregierung sie davor schützen, wie es die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen verlangt“, fordert Ralf Willinger.

him

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