KZ-Arzt Auktionshaus versteigert Mengele-Aufzeichnungen

Er quälte KZ-Inhaftierte, führte brutale Menschenexperimente durch. Der KZ-Arzt Josef Mengele gilt als einer der schlimmsten Nazi-Verbrecher. In den USA werden jetzt seine Tagebücher versteigert.

Josef Mengele (1938): Der "Todesengel" starb 1979 in Brasilien
DPA

Josef Mengele (1938): Der "Todesengel" starb 1979 in Brasilien


Stamford/Connecticut - Was denkt ein Mann, der Menschenexperimente konzipiert, die jegliche Vorstellungskraft übersteigen? Was schreibt so ein Mensch in sein Tagebuch? Ein Einblick könnten die Aufzeichnungen des KZ-Arztes Josef Mengele bieten, die am Donnerstag in dem Auktionshaus Alexander Autographs in Stamford versteigert werden sollen - für 300.000 bis 400.000 Dollar.

Wie das Auktionshaus mitteilte, geht es um insgesamt 3500 Seiten mit autobiografischen Aufzeichnungen, philosophischen Betrachtungen und Gedichten aus den Jahren 1960 bis 1975. Mengele soll stets mit blauer Tinte in Schulhefte und Ringbücher geschrieben haben. Zur Echtheit der Aufzeichnung machte das Auktionshaus keine Angaben.

Die Tagebücher wurden 1985 von der brasilianischen Polizei im Haus eines deutschen Ehepaars in São Paulo entdeckt, bei dem Mengele gewohnt hatte. Der KZ-Arzt war nach dem Zweiten Weltkrieg nach Lateinamerika geflohen. Er wurde trotz einer internationalen Fahndung nie gefasst. 1979 starb er im Alter von 67 Jahren bei einem Badeunfall in Brasilien. Seine Leiche wurde erst 1985 gefunden.

Auktionsleiter Bill Panagopulos sagte, die 31 Dokumente sollten an einen Käufer versteigert werden, nicht an mehrere. Die Tagebücher waren nach der Entdeckung zunächst Mengeles Sohn übergeben worden. Den derzeitigen Besitzer wollte Panagopulos nicht nennen. Er sagt, er hoffe auf eine "jüdische Organisation" als Käufer.

nga/AFP



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