Leipzig Polizei bereitet sich auf Großeinsatz wegen »Querdenkern« vor

Gegner der Corona-Maßnahmen wollen am Samstag in Leipzig protestieren – obwohl die Demonstration keine Genehmigung erhielt. Die Polizei rechnet erneut mit Ausschreitungen.
Bei einer »Querdenker«-Demonstration in Leipzig Anfang November kam es zu Ausschreitungen

Bei einer »Querdenker«-Demonstration in Leipzig Anfang November kam es zu Ausschreitungen

Foto: Filip Singer / EPA-EFE / Shutterstock

Die Polizei in Leipzig bereitet sich auf einen Großeinsatz am Samstag vor. Die Behörde rechne mit einem Demonstrationsgeschehen in der Größenordnung vom 21. November, wie die Behörde am Freitag erklärte . Es bestehen zahlreiche Protestaufrufe, auch aus dem Spektrum der Corona-Skeptiker. »Es wird viel geworben, es wird viel geteilt im Netz«, sagte ein Polizeisprecher.

Die Veranstalter hatten die Demonstration nicht fristgerecht angemeldet und deshalb keine Genehmigung erhalten. Laut Allgemeinverfügung sind in Leipzig nur solche Veranstaltungen erlaubt, die bis zum 17. Dezember um 12.00 Uhr angezeigt wurden. Mehrere Gegendemonstrationen mit rund 1000 Teilnehmern sollen stattfinden.

Ende November hatten Corona-Skeptiker und Gegendemonstranten in Leipzig demonstriert. Dabei kam es zu zahlreichen Ausschreitungen. »Sowas ist tatsächlich auch morgen wieder möglich«, sagte der Polizeisprecher. Neben der Absicherung der Versammlungsfreiheit stehe der Infektionsschutz im Fokus der Polizei.

Hubschrauber, Wasserwerfer und Polizeireiter im Einsatz

Die Polizeidirektion Leipzig forderte zur Verstärkung Einsatzkräfte anderer Bundesländer und von der Bundespolizei an. Auch Polizeihubschrauber, Wasserwerfer und die berittene Polizei sollen zum Einsatz kommen.

Leipzig war am 7. November bundesweit in die Schlagzeilen geraten, nachdem eine »Querdenken«-Demonstration aus dem Ruder gelaufen war. Rund 20.000 Menschen hatten friedlich protestiert, sich dabei aber nicht an geltende Hygieneauflagen zur Corona-Prävention gehalten.

Die Stadt Leipzig löste den Protest auf, weil viele Teilnehmer keine Mund-Nasen-Bedeckung trugen und den Mindestabstand nicht einhielten. Tausende widersetzten sich und marschierten über den Innenstadtring. Den Sicherheitskräften wurde daraufhin Versagen vorgeworfen.

lmd/dpa
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