Libyen Mehr als 50 Tote durch gepanschten Alkohol

In Libyen sind mindestens 51 Menschen an den Folgen des Konsums von gepanschtem Alkohol gestorben. Auch in Tschechien sind nach dem Methanol-Skandal zwei weitere Todesopfer zu beklagen.


Tripolis - Seit Samstag sollen in der libyschen Hauptstadt Tripolis 38 Menschen nach dem Konsum von selbstgebranntem Alkohol ums Leben gekommen sein. 13 weitere seien während des Transports in ein Krankenhaus im benachbarten Tunesien gestorben, berichtete das libysche Gesundheitsministerium am Montag. Weitere 378 Menschen erlitten schwere Vergiftungen.

Laut Angaben von Medizinern hatten die Opfer der Vergiftungswelle mit Methanol verunreinigten Alkohol getrunken. Methanol kann zu Nierenversagen, Erblinden, Krampfanfällen und zum Tode führen.

Über die Herkunft des gepanschten Alkohols ist nichts bekannt. Verkauf und Konsum von alkoholischen Getränken ist in Libyen verboten, der Schwarzmarkthandel mit Schmuggelware blüht jedoch. Libyen verzeichnet einen beträchtlichen Zuwachs an illegalem Schmuggel von Drogen und Alkohol über seine Grenzen. Das Ministerium rief die Bevölkerung auf, vorerst vollständig auf Alkohol zu verzichten.

Auch in Tschechien sind sechs Monate nach Beginn der Methanol-Affäre zwei weitere Opfer zu beklagen. Ein 25 Jahre alter Mann aus Opava starb an einer Vergiftung mit gepanschtem Alkohol. Das teilte am Montag eine Polizeisprecherin mit. Noch ist unklar, wo der Mann den giftigen Schnaps getrunken hatte. Erst am Donnerstag war in Nachod im Norden des EU-Mitgliedstaates ein 71-Jähriger mit typischen Vergiftungserscheinungen gestorben.

Insgesamt sind in Tschechien seit vorigem August mehr als 40 Menschen nach dem Verzehr von verunreinigtem Schnaps gestorben. Kriminelle Banden hatten im Sommer 2012 mehrere tausend Liter davon mit gefälschten Marken-Etiketten in Umlauf gebracht.

ala/dpa/Reuters



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