Loch Ness Polizei wollte Ungeheuer beschützen

Touristen pilgern heutzutage in Scharen zum Loch Ness im Norden Schottlands. An das Ungeheuer Nessie glauben die wenigsten. Vor 70 Jahren war das noch anders: Damals war sogar der Polizeichef von dessen Existenz überzeugt.

London - William Fraser, der Polizeichef der schottischen Grafschaft Inverness-shire wollte das Monster in dem See sogar vor Jägern schützen. Das geht aus historischen Dokumenten aus den dreißiger Jahren hervor, die das schottische Nationalarchiv NAS jetzt veröffentlicht hat.

Loch Ness

So schrieb der Polizeichef 1938 in einem Brief an das Schottland-Ministerium: "Es ist zweifelsfrei, dass es irgendeine seltsame Kreatur in gibt." Weiter hieß es: "Aber, dass die Polizei die Macht hat, es zu schützen, ist fraglich." Die Jäger seien mit Harpunen bewaffnet und entschlossen, "das Monster tot oder lebendig zu fangen".

Die Spekulationen überschlugen sich, nachdem undeutliche Fotos von dem angeblichen Ungeheuer aufgetaucht waren. Es gab sogar eine parlamentarische Anfrage. Die Regierung sollte Ermittlungen aufnehmen und überprüfen, ob es Nessie wirklich gibt. Es gab Überlegungen, wie man das Ungeheuer einfangen könnte. Zuletzt sei entschieden worden, das Ungeheuer - oder den Mythos darum - am Leben zu lassen, berichtete das Nationalarchiv.

Loch Ness ist ein Süßwassersee in den Highlands im Norden von Schottland. Er hat eine Fläche von 55 Quadratkilometern und ist damit nach Loch Lomond flächenmäßig der zweitgrößte See Schottlands. Berichte, dass in dem See ein Monster lebt, gehen bis auf das 6. Jahrhundert zurück.

ada/dpa
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.