London Bürgermeister stoppt sexualisierte Werbung im Nahverkehr
Werbekampagne von Protein World: Hast du eine Strandfigur?
Foto: Protein WorldSchauen Sie in der U-Bahn auch auf Plakate mit Models, deren Maße so gar nicht ihren entsprechen? In London ist damit jetzt Schluss. Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat der neue Bürgermeister Sadiq Khan allzu offenherzige und sexualisierte Werbung im öffentlichen Nahverkehr verboten. Die Regel soll ab 1. Juli gelten.
"Als Vater von zwei Teenagern bin ich zutiefst besorgt über eine Art von Werbung, die Menschen, insbesondere Frauen, erniedrigen kann, sodass sie sich für ihre Körper schämen", sagte Khan einer Mitteilung zufolge . "Es ist höchste Zeit, dass es zu einem Ende kommt."
Bereits vor Wochen hatte eine Firma ihre Plakate für Proteinpulver aus der U-Bahn entfernen müssen. Die Werbekontrollbehörde ASA leitete Untersuchungen gegen die Kampagne ein, die auf Plakaten eine leicht bekleidete, schlanke Frau im Bikini zeigten und fragten: "Are You Beach Body Ready?" ("Hast du schon eine Strandfigur?").
Sadiq Khan ärgert sich über solche Slogans. "Niemand sollte sich mit unrealistischen Erwartungen bezüglich seines Körpers gedrängt fühlen, während er U-Bahn oder Bus fährt", sagte Khan nun. "Ich möchte der Werbewirtschaft hierzu ein klares Signal geben."
No one's confidence or body image should be undermined by ads on our transport system. I've strengthened @TfL policy https://t.co/AJ7qYDQW0T
— Mayor of London, Sadiq Khan (@MayorofLondon) June 13, 2016
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Wie Khan hatten bereits zahlreiche Kritiker argumentiert, die Werbung sei sexistisch und stufe Frauen zum Objekt herab. Viele Menschen würden sich angesichts der Plakate physisch minderwertig fühlen, sagte Charlotte Baring, die eine Onlinepetition für die Entfernung der Plakate gestartet hatte. Bei der ASA gingen nach eigenen Angaben 360 Beschwerden ein. Immer mehr Plakate des Herstellers wurden verunstaltet und landeten als Foto in sozialen Medien.
Graeme Craig, bei den Verkehrsbetrieben verantwortlich für die Werbung in Bussen und Bahnen, zeigte Verständnis für das kommende Verbot. "Anders als im Fernsehen, im Internet oder bei Printmedien können unsere Kunden nicht umschalten oder weiterblättern, wenn sie sich von einer Anzeige belästigt fühlen", sagte er. Er wünsche sich Werbung, die Menschen mit dem Netzwerk verbindet.
Londons Bürgermeister Sadiq Khan
Foto: Carl Court/ Getty Images