In Londoner Galerie Klimaaktivisten kleben sich an Van-Gogh-Gemälde fest

Zwei Aktivisten wollen auf die Dürre in Südfrankreich aufmerksam machen und haben sich für ihren Protest einen ungewöhnlichen Ort ausgesucht. »Wir wollen das hier nicht tun«, sagten sie – es bliebe ihnen aber keine Wahl.
Louis McKechnie (Mai 2022): Bereit, »Staatsfeind Nummer eins« zu werden

Louis McKechnie (Mai 2022): Bereit, »Staatsfeind Nummer eins« zu werden

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DANIEL LEAL / AFP

Zwei Klimaaktivisten haben sich in einer Londoner Kunstgalerie mit den Händen am Rahmen eines Gemäldes von Vincent van Gogh festgeklebt.

»Wir wollen das hier nicht tun«, sagt einer der beiden, der 21-jährige Louis McKechnie, in einem von der Aktivistengruppe »Just Stop Oil« verbreiteten Video. »Wir kleben hier an diesem Gemälde – diesem wunderschönen Gemälde – weil wir Angst um unsere Zukunft haben.«

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Von der Protestgruppe in den sozialen Medien geteilte Aufnahmen zeigen, wie Polizisten offenbar die Treppen der Kunstgalerie hinaufsteigen, vermutlich um zu den Demonstranten zu gelangen.

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Die Courtauld Gallery in London bestätigte den Vorfall. Die Galerie sei daraufhin für den Rest des Tages geschlossen worden. Von der Aktion betroffen war das Van-Gogh-Werk »Blühende Pfirsichbäume«. Ob es beschädigt wurde, ist unklar.

In dem Video aus der Londoner Galerie wirft McKechnie der britischen Regierung vor, »mehr als 40 neue Projekte für fossile Brennstoffe durchzusetzen«, was einem Todesurteil für seine Generation gleichkomme. Er habe daher keine andere Wahl.

McKechnie als Aktivist bekannt

In einer Stellungnahme  von »Just Stop Oil« heißt es, mit der Aktion wolle man auf die französische Region Provence aufmerksam machen. Dort hatte von Gogh die Pfirsichbäume gemalt. Die Provence könne bald von einer Dürre heimgesucht werden. Nach einem trockenen Winter und Frühjahr sowie einer extremen Hitzewelle im Mai und Juni gehe Frankreich das Wasser aus.

Aktivist McKechnie, ein ehemaliger Ingenieurstudent, ist wegen verschiedener Protestaktionen bereits 20 Mal verhaftet worden und hat insgesamt sechs Wochen im Gefängnis verbracht. Im März hatte er sich mitten in einem Fußballspiel zwischen Newcastle United und dem FC Everton an einen Torpfosten gebunden. Anfang des Monats sagte er der Nachrichtenagentur AFP, er sei bereit, wegen seiner Aktionen zum »Staatsfeind Nummer eins« zu werden.

ptz/AFP
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