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Los Angeles verbannt Plastiktüten: Bring your own!

Foto: SPENCER PLATT/ AFP

Umweltschutz in USA Los Angeles verbietet Plastiktüten

Umweltschützer haben in Kalifornien einen bedeutenden Sieg errungen. Als bisher größte US-Stadt hat Los Angeles beschlossen, Plastiktüten aus den Geschäften zu verbannen. Für Papiertüten müssen Kunden in Zukunft zahlen.

Los Angeles - In spätestens 16 Monaten sind die dünnen Plastiktüten, die in weiten Teilen der USA kostenlos und extrem zahlreich an Kassen ausgegeben werden, in Los Angeles Geschichte. Mit der deutlichen Mehrheit von 13 zu 1 Stimmen sprach sich der Stadtrat der Millionenmetropole am Mittwoch dafür aus, die Einwegtüten zu verbieten. Von dem Verbot seien mehr als 7500 Geschäfte betroffen, berichtet die "Los Angeles Times". Kunden müssen in Zukunft ihre eigenen Taschen zum Einkauf mitbringen oder eine Papiertüte kaufen.

Der nun verabschiedete Plan sieht laut "L.A. Times" zunächst eine viermonatige Umweltuntersuchung vor. Dann werde der Beschluss endgültig gefasst, was aber lediglich Routine sei. Anschließend hätten große Geschäfte sechs Monate und kleinere Läden zwölf Monate Zeit, um ohne Plastikbeutel auszukommen, heißt es in dem Bericht. Nach dem Ende dieser Phase müssen die Kunden dann zehn Cent für eine Papiertüte zahlen. Mit dieser Entscheidung hat sich der Stadtrat von der ebenfalls diskutierten Idee verabschiedet, auch die in den USA typischen braunen Papiertüten zu verbannen.

Werbekampagne der Hersteller

Los Angeles ist die bisher größte US-Stadt mit einem Plastiktütenverbot, wie es inzwischen in Dutzenden Städten und Bezirken besteht. Allein in Kalifornien sind es rund 45. San Francisco hatte 2007 als erste Stadt die umweltschädlichen Beutel in den großen Lebensmittelläden abgeschafft, im Umland von Los Angeles ist die Abgabe der kostenlosen Tüten seit dem vorigen Juli verboten. Der Versuch, ein Verbot auf Landesebene in ganz Kalifornien einzuführen, war 2010 jedoch gescheitert. Die Hersteller von Plastiktüten waren mit einer großen Werbekampagne gegen die Aktion ins Feld gezogen.

Dem Verbot in Los Angeles waren jahrelange Kampagnen von Umweltschützern vorausgegangen. Sie weisen immer wieder auf die Folgen der Plastikschwemme hin: Die Tüten lassen unter anderem die Abfallhalden wachsen und verschmutzen als Plastikmüll die Meere und Flüsse. Nach Angaben der Aktivisten von Heal the Bay werden alleine in Los Angeles jedes Jahr schätzungsweise 2,3 Milliarden der Einwegbeutel genutzt. US-Supermärkte geben beim Lebensmittelkauf gewöhnlich kostenlose dünne Plastiktüten oder wahlweise Papiertüten an ihre Kunden aus.

Mitarbeiter von Plastikunternehmen demonstrierten nun anlässlich der Entscheidung in Los Angeles. Sie fürchten um ihre Arbeitsplätze.

siu/Dpa
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