Zweiter Hilfsfonds 4,3 Millionen Euro an Loveparade-Opfer ausgezahlt

21 Menschen kamen bei der Loveparade 2010 ums Leben, Hunderte wurden verletzt. Die NRW-Landesregierung zahlte vielen Betroffenen eine finanzielle Unterstützung. Bis Ende 2023 können noch Anträge gestellt werden.
Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg: Am Sonntag jährt sich das Unglück zum zwölften Mal

Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg: Am Sonntag jährt sich das Unglück zum zwölften Mal

Foto: Erik Wiffers/ dpa

Zwölf Jahre nach der Loveparade-Katastrophe in Duisburg erhalten die Betroffenen weiter finanzielle Unterstützung vom Land Nordrhein-Westfalen.

Aus einem Ende 2020 aufgelegten zweiten Hilfsfonds in Höhe von fünf Millionen Euro seien bis zum 31. März 2022 mehr als 4,3 Millionen Euro an die Hinterbliebenen und Verletzten ausgezahlt worden, teilt die Düsseldorfer Staatskanzlei mit. Am Sonntag jährt sich das Unglück zum zwölften Mal.

»Vor zwölf Jahren erschütterte Nordrhein-Westfalen ein Unglück, das noch heute Entsetzen und Trauer auslöst – 21 Menschen verloren bei der Loveparade in Duisburg ihr Leben«, sagte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) laut der Mitteilung.

»Lassen Betroffene nicht allein«

Der Hilfsfonds sei ein wichtiges Signal, dass das seelische Leid und der Schmerz der Angehörigen und Verletzten nicht vergessen werde. »Es ist deshalb ein gutes und wichtiges Zeichen, dass auch der zweite Hilfsfonds sehr gut angenommen wird. Ich ermutige alle Anspruchsberechtigten, die bislang keine Hilfen beantragt haben, ausdrücklich dazu. Wir stehen den Betroffenen bei und lassen sie nicht allein«, sagte Wüst.

Anspruchsberechtigte könnten bis zum 31. Dezember 2023 bei der Unfallkasse NRW in einem unbürokratischen Verfahren einen Antrag auf finanzielle Hilfe stellen. Dann ende die Antragsfrist. Den Angaben zufolge seien aus dem zweiten Hilfsfonds Zahlungen in 19 Todesfällen an Hinterbliebene sowie an 615 Verletzte geleistet worden.

Bei der Loveparade in Duisburg am 24. Juli 2010 war auf dem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofs eine Massenpanik ausgebrochen. 21 Menschen verloren ihr Leben, mehrere Hundert wurden verletzt. Im Mai 2020 war der jahrelange Rechtsstreit auf der Suche nach Schuldigen eingestellt worden. Einer der aufwendigsten Strafprozesse der Nachkriegszeit ging ohne Urteil zu Ende. Zuletzt hatten noch drei leitende Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent auf der Anklagebank gesessen.

ptz/dpa
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