Von Aktivisten besetztes Dorf NRW will Lützerath mit Großeinsatz räumen

»Am Ende muss Lützerath leer sein«: Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul plant einen Großeinsatz für die Räumung der Ortschaft am Tagebau Garzweiler an einem einzigen Tag. Auch die Häuser und Bäume sollen weg.
Demonstrierende am Rande des Braunkohletagebaus Garzweiler

Demonstrierende am Rande des Braunkohletagebaus Garzweiler

Foto: David Young / dpa

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) plant den von Klimaaktivisten besetzten Ort Lützerath am Tagebau Garzweiler mit einem Großeinsatz zu räumen. Die Polizei könne dort »nicht scheibchenweise mit einzelnen Einsätzen vorgehen«, sagte Reul im Düsseldorfer Landtag. Das löse das Problem nicht.

»Am Ende muss Lützerath leer sein, und das geht nur mit einem Gesamteinsatz, bei dem erstens die Barrikaden beseitigt, zweitens die Personen verbracht, drittens alle Häuser abgerissen und die Bäume gerodet werden – also die Besetzungsinfrastruktur beseitigt wird«, kündigte der Innenminister an. »Andernfalls wird doch sofort wieder besetzt, und wir fangen wieder von vorn an.«

Reul sagte: »Das dauert alles noch etwas, da geht niemand überstürzt dran. Das muss gründlich gemacht werden.« Das Leben von Menschen werde nicht aufs Spiel gesetzt.

Aachens Polizeipräsident hatte kürzlich einen Einsatz noch in diesem Jahr ausgeschlossen. In den Häusern von Lützerath, deren einstige Bewohner weggezogen sind, halten sich Aktivisten auf, die um den Ort »kämpfen« wollen.

Die grün geführten Wirtschaftsministerien in Bund und NRW hatten Anfang Oktober mit dem Energiekonzern RWE einen auf 2030 vorgezogenen Kohleausstieg im Rheinischen Revier vereinbart. Fünf weitgehend verlassene Dörfer am Tagebau bleiben erhalten, Lützerath soll zur Kohlegewinnung aber abgebaggert werden.

bbr/dpa
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