Mainz Breiter Gegenprotest verhindert Neonazi-Marsch

Rund 3000 Menschen haben sich in Mainz einer Gruppe von 50 Rechtsextremisten entgegengestellt. Bei Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Gegendemonstranten wurde Pfefferspray eingesetzt.
Gegendemonstranten in Mainz: Ihr Protest richtete sich gegen eine Veranstaltung der rechtsextremen »Neue Stärke Partei« (NSP)

Gegendemonstranten in Mainz: Ihr Protest richtete sich gegen eine Veranstaltung der rechtsextremen »Neue Stärke Partei« (NSP)

Foto: Andreas Arnold / dpa

Mit Demonstrationen und Straßenblockaden hat ein Bündnis aus antirassistischen Initiativen, Parteien, Gewerkschaften und Kirchengruppen eine Versammlung von 50 Rechtsextremisten in Mainz gestoppt. Die Anhänger der rechtsextremen »Neuen Stärke Partei« (NSP) skandierten am Rande der Stadt Sprechchöre wie »Mainz Nazistadt« oder »Revolution jetzt«, ehe sie umkehren mussten. Die Polizei forderte sie auf, wegen der starken Gegenproteste nicht weiterzugehen. An den Gegendemonstrationen nahmen nach Angaben eines Polizeisprechers rund 3000 Menschen teil.

Auf einer Kundgebung vor dem Hauptbahnhof sagte der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), wer offen Naziparolen ausspreche, habe in Mainz keinen Platz: »Sie sollen ihren braunen Rucksack wieder einpacken und sollen die Heimreise antreten.«

Die ursprünglich in Erfurt entstandene »Neue Stärke Partei« (NSP) hatte für ihre Versammlung nach Angaben der Stadt bis zu 100 Teilnehmer angemeldet. Das Innenministerium Rheinland-Pfalz bezeichnete die NSP als »offenkundig neonazistisch«. Ihr Programm sei »von dem Gedanken eines für die Neonaziszene typischen biologistisch-völkischen Nationalismus geprägt«.

Zu Zusammenstößen mit der Polizei kam es, als der größere Teil der Gegendemonstranten von der Polizei gestoppt wurde. Mehrere Menschen hätten versucht, die Polizeiabsperrung anzugreifen, sagte ein Polizeisprecher. Daraufhin sei Pfefferspray eingesetzt worden. Demosanitäter behandelten mehrere Menschen wegen Augenreizungen.

mbö/dpa
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