Kollision von Hubschrauber und Kleinflugzeug Balearen trauern um Absturzopfer von Mallorca

Sieben Menschen starben, darunter eine vierköpfige deutsche Familie: Auf Mallorca herrscht nach dem Zusammenstoß eines Helikopters und eines Kleinflugzeugs nahe der Stadt Inca Bestürzung.

Clara Margais/dpa

Ein Mann berichtete von einem "schrecklichen Knall", der nahe der Stadt Inca im Landesinneren Mallorcas zu hören war. Augenzeugen seien mit eigenem Gerät zur Unglücksstelle gelaufen und hätten begonnen, die Flammen zu löschen, bevor die Rettungsdienste eintrafen, berichtete die Zeitung "Diario de Mallorca". Zur Absturzstelle geeilte Ärzteteams hätten nichts mehr für die Verunglückten tun können.

Bei der Kollision eines Hubschraubers mit einem Ultraleichtflugzeug über der spanischen Ferieninsel Mallorca waren am Wochenende sieben Menschen ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern befinden sich auch vier Deutsche, wie das Auswärtige Amt der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um eine Familie aus München, die beiden Kinder waren laut "Bild"-Zeitung neun und elf Jahre alt. Aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen äußerte sich das Auswärtige Amt nicht dazu.

Wrackteile an Landstraße und Finca-Gelände

Unter den Bewohnern der Region ist nach dem Absturz die Betroffenheit groß. Balearen-Präsidentin Francina Armengol rief eine dreitägige Trauer aus - und kündigte eine Schweigeminute für die Opfer an. Sie teilte mit: "Wir sind besorgt und entsetzt über den Unfall. Unsere Gedanken sind bei den Opfern." Es gehe darum, den betroffenen Familien nun Hilfe zu leisten. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez schrieb auf Twitter: "Meine Solidarität und mein Beileid für die Familien der Opfer dieses tragischen Unfalls."

Die deutsche Firma Rotorflug Helicopters bestätigte den tödlichen Absturz eines ihrer Hubschrauber. "Die Unfallursache ist noch völlig unklar", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens mit Hauptsitz bei Frankfurt. "Das Luftfahrt-Bundesamt sowie das Bundesamt für Flugunfalluntersuchung wurden bereits durch die Rotorflug informiert. Die Behörden nehmen die Ermittlungen auf." Rotorflug bietet laut Website Rundflüge über Mallorca an - auf drei Routen von 15 bis 30 Minuten für 87 bis 167 Euro.

Der Pilot des Hubschraubers, in dem sich die vier Deutschen befanden, war Berichten zufolge Italiener. In dem Flugzeug saßen laut Balearenregierung zwei Menschen - vermutlich Spanier. Das Unglück hatte sich am frühen Sonntagnachmittag aus zunächst unbekannter Ursache ereignet. Beide Fluggeräte gingen in Flammen auf, Überlebende gibt es nicht.

Wrackteile des Helikopters lagen in der Nähe einer alten Landstraße. Das Kleinflugzeug stürzte auf das Gelände einer Finca, wie Sebastià Oriol, Dezernent für Sicherheit der Gemeinde Inca, dem Lokalsender IB3 sagte. Nahe liegende Häuser seien nicht getroffen worden, schrieb die Zeitung "Ultima Hora".

apr/dpa

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