Nach illegalen Partys Der Ballermann hat wieder geschlossen

Hunderte Deutsche feierten auf Mallorca, ohne sich an die in Spanien geltenden Corona-Regeln zu halten. Nun zieht die Regierung Konsequenzen - und macht beliebte Lokale dicht.
Anfang Juli feierten viele Urlauber auf Mallorca - ohne Abstand und Maske

Anfang Juli feierten viele Urlauber auf Mallorca - ohne Abstand und Maske

Foto: Michael Wrobel/ dpa

Wegen illegaler Partys am "Ballermann" hat Mallorca die Zwangsschließung aller Lokale in der "Bier-" und "Schinkenstraße" beschlossen. Die Partymeile ist besonders bei deutschen Touristen beliebt. Diese Anordnung gelte zunächst für zwei Monate und trete am Mittwoch mit der Veröffentlichung des entsprechenden Beschlusses im Amtsblatt  sofort in Kraft, teilte der balearische Tourismusminister Iago Negueruela  in Palma mit.

Die Regionalregierung ordnete aus demselben Grund auch die Schließung aller Lokale in der Straße Punta Ballena in der Briten-Hochburg Magaluf westlich der Inselhauptstadt an. Das Verhalten einiger weniger Urlauber und Lokalbesitzer dürfe nicht die riesigen Anstrengungen der Menschen auf den Balearen im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufs Spiel setzen, sagte Negueruela.

Der sozialistische Politiker bezog sich auf Fotos und Videoaufnahmen, die gezeigt hatten, wie Hunderte - mutmaßlich Touristen aus Deutschland und Großbritannien - am Wochenende an der Playa de Palma sowie in Magaluf getrunken, getanzt und gefeiert hatten. Die Feiernden trugen keine Schutzmasken und hielten auch nicht den in ganz Spanien vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern ein.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnte nach dem Fehlverhalten am Wochenende vor Leichtsinn und Missachtung der Corona-Regeln, vor allem in der Urlaubszeit. "Die Bilder, die wir am Wochenende von der Deutschen liebsten Insel gesehen haben, von Mallorca, besorgen mich", sagte Spahn. "Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird."

lmd/dpa
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