Katholisches Fest Wer hat an Mariä Himmelfahrt frei?

Am 15. August feiern Katholiken vor allem in Bayern Mariä Himmelfahrt. Wo sonst ist das Fest ein gesetzlicher Feiertag? Und was genau wird eigentlich gefeiert? Der Überblick.

Mariä Himmelfahrt 2015 im bayerischen Kochel am See
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Mariä Himmelfahrt 2015 im bayerischen Kochel am See


Seit etwa dem siebten Jahrhundert feiern Christen der römischen Kirche Mariä Himmelfahrt, die Aufnahme Marias in den Himmel. In der Ostkirche wurde das Fest bereits im fünften Jahrhundert eingeführt. In der Bibel ist die leibliche Himmelfahrt nicht erwähnt, aber Papst Pius XII. verkündete 1950 den für Katholiken verbindlichen Glaubensinhalt (Dogma), dass die Mutter von Jesus Christus bei ihrem Tod "mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen" wurde.

Eigentlich lebt dem katholischen Glauben zufolge nach dem Tod die Seele eines Menschen weiter, während der Körper erst am Jüngsten Tag auferweckt wird. Marias leibliche Aufnahme in den Himmel ist also eine Besonderheit und symbolisiert den erlösten Menschen. Für katholische Christen ist Mariä Himmelfahrt der Auftakt für 30 folgende Marientage, die als besonders segensreich gelten. Diese Phase wird dann mit dem Namensfest Marias im September abgeschlossen.

Wo ist Mariä Himmelfahrt gesetzlicher Feiertag?

Als einziges Bundesland hat das Saarland Mariä Himmelfahrt zum landesweiten gesetzlichen Feiertag gemacht. Ansonsten ist auch in weiten Teilen Bayerns arbeitsfrei, genauer: in 1704 von 2056 Kommunen. Das sind die Gemeinden mit mehrheitlich katholischer Bevölkerung. Auch in Großstädten wie München, Würzburg oder Augsburg können die Menschen ausschlafen, die Nürnberger dagegen müssen den Wecker stellen. Grundlage der Festlegung, ob ein Feiertag in einer Gemeinde gilt oder nicht, ist hier laut bayerischem Feiertagsgesetz der Zensus.

So kann es passieren, dass einige Gemeinden und ihre Bewohner im Laufe der Jahre einen Feiertag verlieren oder gewinnen - je nachdem, ob die Zahl der Katholiken signifikant sinkt oder steigt. 2014 verloren auf Grundlage der Volkszählung 2011 drei bayerische Kommunen ihren Feiertag, sieben gewannen ihn hinzu. Hier können Sie nachschlagen, wo in Bayern an Mariä Himmelfahrt arbeitsfrei ist.

In Österreich ist Mariä Himmelfahrt ein landesweiter Feiertag. In der Schweiz in mehreren Kantonen, teilweise dort aber auch je nach Gemeinde.

Wie wird das Fest begangen?

Mariä Himmelfahrt ist Ausdruck der intensiven Marienverehrung in der römisch-katholischen Kirche. Vor allem in ländlichen Gegenden wird der Feiertag mit zahlreichen volkstümlichen und religiösen Bräuchen gefeiert, etwa mit Blumen- und Kräuterweihen und Lichterprozessionen. Denn Maria gilt dort als "die Blume des Feldes und die Lilie der Täler". Das spiegelt sich auch in den Feiertagsbezeichnungen "Büschelfrauentag" oder "Unser Frauen Würzweih" wider.

Laut Legende fanden die Apostel bei der Öffnung ihres Grabs keinen Leichnam vor, dafür aber Blumen und Kräuter. Die Weihen sind seit dem neunten Jahrhundert überliefert. Bei der traditionellen Kräutersegnung werden mehr als 70 verschiedene Kräuter gesammelt, gebunden und dann geweiht. Kräutersträuße werden oft zu Hause aufgehängt. Sie sollen etwa vor Unglück schützen.

aci/dpa

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