Marihuana in den USA High zur Hochzeit

Seit der Legalisierung von Marihuana wird die Droge in manchen US-Bundesstaaten ein beliebter Bestandteil von Hochzeitsfeiern. Über Hanf-Sommeliers und Cannabis-Bouquets.

US-Hochzeiten: Afgan Kush statt Chardonnay
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US-Hochzeiten: Afgan Kush statt Chardonnay


Denver/Olympia - Afgan Kush oder Green Haze statt Merlot oder Chardonnay: Auf immer mehr Hochzeiten in den Vereinigten Staaten taucht Marihuana auf. Wie die "New York Times" berichtet, integrieren Brautpaare die Cannabis-Pflanze neuerdings in ihre Vermählungsfeierlichkeiten.

Auf der Hochzeit von Lauren Meisels und Bradley Melshenker zum Beispiel wartete auf den Festtafeln für jeden Gast ein kleiner Topf mit einem Cannabis-Pflänzchen. Im Blumenbouquet steckten Marihuanaknospen, und auch der Brautstrauß war gespickt mit Cannabisblättern.

Die Zeitung sieht den Trend vor allem in den US-Bundesstaaten Colorado und Washington. Dort kann Marihuana seit 2014 legal gekauft werden.

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Cannabis in den USA: Die neue Kiffer-Freiheit
Auf einer Hochzeit in den USA kann es demnach schon einmal passieren, dass im Hotelzimmer Geschenk-Päckchen mit Joint und Cannabis-Lippenbalsam auf die Gäste warten. Es sei wie ein Cocktail, nur dass Alkohol Streitigkeiten entfache, Marihuana sorge dagegen für eine entspannte Atmosphäre, meinen Befürworter von Hasch-Hochzeiten. Für Perfektionisten offerieren "Budtender" ("Knospenmixer") ihre Dienste. Wie Sommeliers sorgen sie für das perfekte Geschmackserlebnis.

Freilich finden sich auch Gegner von alledem. Hochzeitsplanerin Penni Ervin aus Crested Butte in Colorado äußert gegenüber der "New York Times" Zweifel: "Hochzeitsgäste, die high sind? Es geht doch um ein Familienereignis mit Oma und Opa. Die will man an so einem Tag doch nicht schocken."

Außerdem sind nicht alle Festsaal-Besitzer von der Idee begeistert, eine kiffende Hochzeitsgesellschaft zu beherbergen. Schließlich sind auch Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Wenn zum Beispiel Hasch-Muffins angeboten werden, die nicht nur Volljährige ansprechen, gilt es Ausweiskontrollen am Buffet zu organisieren.

vez



insgesamt 70 Beiträge
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rus13 26.07.2014
1.
Bravo USA (unglaublich, dass diese Worte aus meinem Mund kommen)! Die Amerikaner haben ein milliardenschweres Geschäft für sich entdeckt. Irgendwie aber auch ironisch, dass sie uns ihren Drogenkrieg damals aufgezwungen haben und jetzt die ersten sind, die mit der Legalisierung so richtig durchstarten.
Frau_Enschleger 26.07.2014
2. Nur noch eine Frage der Zeit
Ich nehme ja selber keine illegalen Drogen und habe auch kein Interesse am Marihuana, aber man muss schon zugeben, dass die Legalisierungsbefürworter wesentlich bessere Argumente haben als die -gegner. Naja, wenn die USA vorne weggehen stimmt einen das doch optimistisch dass Europa diesem Vorbild -wie immer- auf Kurz oder Lang folgt.
vulcan12 26.07.2014
3.
"Außerdem sind nicht alle Festsaal-Besitzer von der Idee begeistert, eine kiffende Hochzeitsgesellschaft zu beherbergen." Da fragt sich doch, wieso eigentlich? Zahlende Gäste bei nur geringster Wahrscheinlichkeit von Raufereien und Festsaalzerstörung. Und die Besucher haben am nächsten Tag auch keinen Kater, wenn sie vom Alkohol ganz die Finger lassen. Klingt für mich nach einer Win-Win-Situation.
mr._.hyde 26.07.2014
4.
ob es nun cannabis oder Alkohol zur Hochzeit gibt macht doch letztlich keinen unterschied. Übertreiben kann man es mit beiden, nur das jmd, da völlig besoffe ist meist mehr Probleme macht als jmd der total breit an seinem stuhl klebt. und aufpassen, das keine minderjährigen an sekt naschen muss man genauso.
pinkfeuerfisch 26.07.2014
5. Gott-sei-Dank ...
das lässt darauf hoffen, dass ach hierzulande sich bald was in Sachen "Legalisierung" tut.
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