Mauritius Havarierter Frachter könnte auseinanderbrechen

Das vor Mauritius auf Grund gelaufene Frachtschiff verliert offenbar kein Öl mehr. Doch die Gefahr für die Umwelt ist noch nicht gebannt. Das Schiff könnte auseinanderbrechen - und erneut große Mengen Kraftstoff verlieren.
Havarierte "Wakashio": "Der Frachter hat nicht mehr viel Zeit vor sich"

Havarierte "Wakashio": "Der Frachter hat nicht mehr viel Zeit vor sich"

Foto: STRINGER/ REUTERS

Das vor der Insel Mauritius havarierte Frachtschiff "Wakashio" droht auseinanderzubrechen. "Der Prozess ist schon weit fortgeschritten, der Frachter hat nicht mehr viel Zeit vor sich", sagte ein an den Rettungsbemühungen beteiligter Wissenschaftler der Nachrichtenagentur AFP.

Mauritius' Premierminister Pravind Jugnauth teilte mit, das Schiff verliere inzwischen kein Öl mehr. Dennoch müsse sich der Inselstaat noch immer auf ein "Worst-Case-Szenario" vorbereiten. Jugnauth zufolge habe das Bergungsteam mehrere Risse im Rumpf festgestellt. Es sei klar, dass das Schiff irgendwann auseinanderfallen werde, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters den Premierminister.

Die "Wakashio" war vor mehr als zwei Wochen aus bislang ungeklärter Ursache vor der Südostküste von Mauritius auf Grund gelaufen. Am Donnerstag verlor dann einer der Tanks Kraftstoff. Laut dem Betreiber waren zuletzt rund tausend Tonnen Öl ausgetreten, insgesamt waren ungefähr rund 4000 Tonnen im Schiff. Laut Regierungschef Jugnauth befinden sich immer noch 2500 Tonnen an Bord der "Wakashio".

Einsatzkräfte hatten zuletzt unter anderem per Hubschrauber Öl aus dem Schiff gepumpt und an Land gebracht. Die Arbeiten mussten wegen starker Winde und rauer See jedoch zwischenzeitlich eingestellt werden.

DER SPIEGEL

Umweltschützer sammelten laut Reuters bereits tote Fische und von Öl verklebte Seevögel an den Stränden der Insel ein. Organisationen befürchten, dass das Schiffsunglück verheerende Auswirkungen auf die Meeresökologie haben könne. Die Unfallstelle liegt in der Nähe von zwei Naturschutzgebieten. Es sei womöglich "eine der schlimmsten ökologischen Krisen, die dieser kleine Inselstaat jemals erlebt hat", teilte Greenpeace mit.

Der Inselstaat im Indischen Ozean ist für seine malerischen Strände berühmt. Er ist in hohem Maße abhängig von seinen Küstengebieten - nicht nur wegen des Fischfangs, sondern auch weil die Korallenriffe zu den schönsten weltweit zählen und viele Touristen anlocken.

fek/Reuters/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.