Kardinäle entrüstet Protest gegen McDonald's am Petersplatz

Empörung am Petersplatz in Rom: Ausgerechnet in ein Gebäude des Vatikans soll ein neuer McDonald's einziehen. Einigen Kardinälen schmeckt das überhaupt nicht.

Hinweis auf eine McDonald's-Filiale in Rom
DPA

Hinweis auf eine McDonald's-Filiale in Rom


Kirche und Kapitalismus liegen rund um den Petersplatz eigentlich nicht allzu weit auseinander, davon zeugen schon heute zahlreiche Souvenirshops und Restaurants. Nun aber soll der US-Fast-Food-Riese McDonald's in eine Immobilie ziehen, die dem Vatikan gehört. Etwa 50 Meter vom Eingang des Vatikans entfernt.

Nur: In dem Gebäude in der Borgo Pio wohnen namhafte Kardinäle, etwa der deutsche Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller. Einen Steinwurf entfernt lebte auch Joseph Ratzinger, bevor er zum Papst Benedikt XVI. gewählt wurde.

Die Pläne entrüsten auch hochrangige Kardinäle. Die Entscheidung sei "abnormal" und respektiere in keiner Weise die architektonische und urbane Tradition des Ortes, sagte Kardinal Elio Sgreccia in der Zeitung "La Repubblica". Die Räume könnte man vielmehr für die Bedürftigen in der Gegend benutzen, "so wie es der Heilige Vater lehrt".

"Wir sind sehr besorgt, wir protestieren auf jeder Ebene", sagte der Präsident der Organisation zur Rettung des Stadtviertels Borgo, Moreno Prosperi, der Nachrichtenagentur Adnkronos. "Das Fast-Food-Restaurant ist eine Widerspruch zu den Prinzipien, die Papst Franziskus vertritt", sagte Prosperi. Seine Organisation plane eine "Anti-McDonald's-Demo". Der Vatikan könnte für die Miete des mehr als 500 Quadratmeter großen Lokals bis zu 30.000 Euro pro Monat kassieren.

Bei der vatikanischen Güterverwaltung Apsa kann man die Aufregung nicht verstehen. "Ich sehe keinen Skandal", sagt Apsa-Präsident, Kardinal Domenico Calcagno, der Zeitung. Alles sei im Rahmen des Gesetzes geschehen.

dpa/che



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