Flüchtlinge in Griechenland Menschenkette rettet Kinder vor dem Ertrinken

Vor den griechischen Inseln sind in den vergangenen drei Tagen mehrere Flüchtlingsboote gekentert. Mehr als 1400 Menschen konnten aus der Ägäis gerettet werden, doch 19 starben im Meer.

AFP

Mehr als 1400 Flüchtlinge sind seit Freitag aus den Gewässern der Ägäis gerettet worden. Freiwillige Helfer, Einwohner und Beamte der griechischen Küstenwache beteiligten sich an den Hilfseinsätzen. Für 19 Menschen sei jedoch jede Hilfe zu spät gekommen, teilte die Küstenwache mit. Unter den Opfern seien auch zahlreiche Kinder, die tot am Strand geborgen wurden.

Am Morgen erreichte ein Fischerboot mit rund 200 Migranten die Küste der Insel Rhodos. Einwohner eilten zur Hilfe und bildeten eine Menschenkette, um Kleinkinder an Land zu bringen, wie örtliche Medien berichteten.

Zuvor hatten es Tausende Migranten an Bord von Schlauch- und Plastikbooten geschafft, die griechischen Inseln aus eigener Kraft zu erreichen. Allein auf Lesbos sollen Schätzungen örtlicher Medien zufolge am Sonntag fast 5000 Flüchtlinge angekommen sein.

Der Bürgermeister von Lesbos, Spyros Galinos, sagte in einem Interview mit dem griechischen Radiosender Vima FM, dass der Insel Grabstätten für die verstorbenen Flüchtlinge ausgingen. Er hoffe darauf, dass ein an den örtlichen Friedhof angrenzendes Feld bald genutzt werden könne, um neue Gräber auszuheben.

Bereits am Wochenende hatte Galinos gefordert Fähren einzusetzen, um den Flüchtlingen eine sichere Überfahrt aus der Türkei nach Griechenland zu ermöglichen.

kes/dpa/AFP



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