»Mein Schiff 2« Kreuzfahrtschiff rettet Flüchtlinge aus Seenot

Ein Kreuzfahrtschiff von TUI Cruises hat 50 Migrantinnen und Migranten in akuter Seenot an Bord genommen. In das Flüchtlingsboot soll bereits Wasser eingedrungen sein.
»Mein Schiff 2« (Archivbild): Nur die Besatzung war an Bord

»Mein Schiff 2« (Archivbild): Nur die Besatzung war an Bord

Foto: Robert Schmiegelt / www.imago-images.de

Die Reise der »Mein Schiff 2« verlief anders als geplant: Vor der Küste der Dominikanischen Republik hat das Kreuzfahrtschiff von TUI Cruises 50 Flüchtlinge aus Seenot gerettet, wie die Reederei berichtete.

Die »Mein Schiff 2« war am Montagabend (Ortszeit) in den dominikanischen Hafen La Romana unterwegs. Von der Brücke aus wurde etwa 35 nautische Meilen (rund 65 Kilometer) vor der Südküste des Karibikstaats ein kleines Boot entdeckt, wie TUI Cruises mitteilte. An Bord des für fast 3000 Passagiere ausgelegten Schiffs befand sich nur die Besatzung.

Das Schiff habe den Kurs geändert und festgestellt, dass sich die 50 Menschen in dem Boot – darunter auch ein Kind – in akuter Seenot befanden. Dem Sender RTL  zufolge, der als Erstes über die Rettung berichtete, lief bereits Wasser in das Flüchtlingsboot.

Gerettete sollen aus Haiti stammen

Alle Menschen in dem Boot wurden nach Angaben der Reederei sicher an Bord genommen, medizinisch betreut und mit Wasser und Nahrung versorgt.

In Zusammenarbeit mit der Küstenwache der Dominikanischen Republik seien sie in La Romana an Land gebracht worden. Laut TUI Cruises handelte es sich bei den Geretteten um Menschen aus dem Nachbarland Haiti. Wie es in der Dominikanischen Republik für sie weitergeht, ist unklar.

Kreuzfahrtschiffe werden auf ihren Touren durch die Weltmeere immer mal wieder zum Retter von Flüchtlingen in Seenot. 2019 hatte die »Marella Discovery« vor der griechischen Halbinsel Peloponnes 111 Menschen aufgenommen, die mit einem Boot auf dem Weg nach Italien waren. 2014 nahm ein zyprisches Kreuzfahrtschiff Hunderte Flüchtlinge aus Syrien auf.

»Neben der Selbstverständlichkeit, dass es ein Gebot der Humanität ist, Hilfe zu leisten, verpflichtet auch das internationale Seerecht dazu, in Seenot geratenen Schiffen Hilfe zu leisten«, hieß es von der Hamburger Reederei TUI Cruises zum aktuellen Fall. »Wir sind dankbar, dass die Besatzung der ›Mein Schiff 2‹ gestern rechtzeitig vor Ort war und das Leben aller Menschen in dem Boot retten konnte.«

apr/dpa