Große Moschee Mehr als 100 Tote bei Unglück in Mekka

Kurz vor Beginn der Hadsch, der größten Pilgerfahrt der Welt, stürzte im saudi-arabischen Mekka ein Kran auf die Große Moschee. Rettungskräfte sprechen von mindestens 107 Toten. Offenbar war ein Sturm die Ursache des Unglücks.

AP

Mitten in den Vorbereitungen für die jährliche islamische Wallfahrt ist ein Kran auf die Große Moschee von Mekka gestürzt. Bei dem Unfall kamen am Freitag mindestens 107 Menschen ums Leben. Nach Angaben des Katastrophenschutzes wurden mehr als 200 Menschen verletzt. Arabischen Medien zufolge stürzte der Kran während eines Sturms um, offenbar durchschlug er die Decke des Gebäudes.

Das Unglück ereignete sich zur Zeit des Gebets zum Sonnenuntergang auf dem Gelände der großen Heiligen Moschee, dem zentralen Heiligtum des Islams. Auf Fotos, die im Internet kursierten, war der umgestürzte Kran zu sehen, der an der Unglücksstelle Zerstörung hinterlassen hatte.

In Mekka beginnt in rund zehn Tagen die Hadsch, die weltweit größte muslimische Pilgerfahrt, zu der jedes Jahr Hunderttausende Gläubige anreisen. Der Hadsch ist eine der fünf Säulen des Islams. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, sollte einmal im Leben nach Mekka pilgern.

Immer wieder kam es an der heiligen Stätte zu Unglücken: Beim schwersten - im Jahr 1990 - starben bei einer Massenpanik mehr als 1400 Menschen. Im Jahr 2006 kamen ebenfalls bei einer Massenpanik mehr als 350 Menschen ums Leben. Im Jahr 1979 griffen während des Hadsch bewaffnete Attentäter die Heilige Moschee an und nahmen die Gläubigen als Geiseln. Hunderte Menschen starben damals.

Mekka ist die heiligste Stadt des Islams. Hier wurde der Prophet Mohammed 570 n. Chr. geboren. Ihr Gebet richten Muslime auf aller Welt stets in Richtung der Stadt. In ihrem Zentrum steht die Heilige Moschee, die die Kaaba beherbergt, das bedeutendste Heiligtum des Islams.

An der Kaaba wird permanent gebaut: Die Wallfahrtsstrecke wurde erweitert und das einstige Nadelöhr, die Brücke bei Mina, auf mehrere Ebenen ausgebaut. Eine neue Metro transportiert seit vier Jahren Hunderttausende Wallfahrer, die nicht laufen wollen, zwischen den Heiligen Stätten. Die Pilgerstadt ist zu einer modernen Metropole geworden. Inzwischen wird Mekka von den saudischen Sicherheitskräften stark überwacht.

Mekka liegt etwa 70 Kilometer vom Roten Meer entfernt. Die günstige Lage am Schnittpunkt mehrerer Karawanenstraßen auf der Arabischen Halbinsel machte sie schon früh zu einem bedeutenden Handelsplatz. Traditionell sind die Pilgerströme für die Millionenmetropole eine bedeutende Einnahmequelle. Nicht-Muslime dürfen die Stadt nicht betreten.

kis/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.