Mit Uno-Veto Russland blockiert unabhängiges Tribunal für MH17-Flug

Russland hat die Einsetzung eines unabhängigen Uno-Tribunals zum MH17-Flug verhindert. Moskaus Botschafter legte im Uno-Sicherheitsrat ein Veto ein - bei elf Ja-Stimmen und drei Enthaltungen.

Trümmerteil des MH17-Flugzeugs (Archiv): Vermutlich von Luftabwehrrakete des Typs Buk-M1 abgeschossen
REUTERS

Trümmerteil des MH17-Flugzeugs (Archiv): Vermutlich von Luftabwehrrakete des Typs Buk-M1 abgeschossen


Die Uno wird nicht zur Aufklärung der Umstände beitragen können, unter denen der Flug MH17 vor einem Jahr abstürzte: Russland hat die Einsetzung eines unabhängigen Uno-Tribunals zum Abschuss des Flugzeugs über der Ukraine blockiert. Moskaus Botschafter Witali Tschurkin legte im Uno-Sicherheitsrat das Veto seines Landes gegen eine Resolution ein. Trotz elf Ja-Stimmen scheiterte damit die Resolution. China, Angola und Venezuela enthielten sich.

Unmittelbar vor der Abstimmung gedachte der Sicherheitsrat mit einer Schweigeminute der 298 Menschen, die bei dem Unglück ums Leben gekommen waren. Die Boeing der Malaysia Airlines war vor einem Jahr über der Ostukraine vermutlich abgeschossen worden. Die Regierungen in Kiew und in Moskau beschuldigen sich gegenseitig, für den Tod der Flugzeuginsassen verantwortlich zu sein. Nach Informationen des SPIEGEL kommt das internationale "Gemeinsame Ermittlerteam", das den Absturz der Maschine strafrechtlich aufklären soll, zu dem Schluss, dass MH17 von einer Luftabwehrrakete des Typs Buk-M1 abgeschossen wurde.

Vor allem die Niederlande und Malaysia, aber auch andere Staaten wie Australien fordern seit langem ein unabhängiges, internationales Tribunal, um zu klären, wer für den Abschuss verantwortlich ist. Mit dem Tribunal soll Russland zudem zu einer stärkeren Mitarbeit bei der Tätersuche gebracht werden. Zwei Drittel der Opfer kamen aus den Niederlanden, 27 aus Australien. Auch vier Deutsche waren unter den Opfern.

mka/dpa



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