Michigan Uni-Absolvent erhält Glückwunsch-Telegramm 50 Jahre später

1969 machte er seinen Abschluss - erst jetzt erreichten ihn die Glückwunsche: Mit 50 Jahren Verspätung hat ein Absolvent der Universität Michigan ein Telegramm bekommen, das ihn zum Nachdenken brachte.

Mehr als 50 Jahre zu spät: Telegramm an Robert Fink
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Mehr als 50 Jahre zu spät: Telegramm an Robert Fink


Besser spät als nie: Ein Mann, der 1969 an der University of Michigan seinen Abschluss gemacht hat, hat endlich ein Telegramm erhalten, das vor mehr als 50 Jahren verschickt wurde.

Robert Fink erhielt das Glückwunsch-Telegramm erst in diesem Jahr, wie die "Washington Post" zuvor berichtete. Freunde der Familie hatten das Telegramm über den Anbieter Western Union verschickt. Dieser beendete das Telegrammgeschäft 2006.

Das Telegramm war ursprünglich schon im Jahr 1969 in Finks WG angekommen, hatte ihn jedoch um einen Tag verpasst. Denn Fink war bereits auf dem Weg nach New York, wo er sein Studium fortsetzte.

Erst vor wenigen Monaten wurde das Telegramm wiedergefunden. Die Mitarbeiterin einer Marketing-Agentur in Ann Arbor entdeckte es im Dezember in einem alten Aktenschrank. "Ich habe hineingeschaut, weil ich neugierig auf ein Telegramm war", sagte Christina Zaske den "Ann Arbor News". Zaske sah Finks Namen auf dem Blatt und nutzte das Internet, um ihn zu finden. "Ich war überrascht zu erfahren, dass er das Telegramm nie erhalten hatte und war froh, dass ich es all die Jahre später wieder mit dem vorgesehenen Empfänger zusammenbringen konnte."

Robert Fink, heute Professor in Rochester bei Detroit
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Robert Fink, heute Professor in Rochester bei Detroit

Fink: "Es hat Mühe gekostet - nicht wie eine SMS"

Fink ist heute Professor an der Oakland University in Rochester, einem Vorort von Detroit. Der Brief habe Erinnerungen wachgerufen und ihn zum Nachdenken gebracht, sagte er. Er bedauere, dass er nie die Gelegenheit gehabt habe, Ben und Lillian Fischman für das Telegramm zu danken und dass beide gestorben sind.

"Es hat mir auch ein komisches Schuldgefühl beschert, dass sie so über mich nachgedacht hatten", sagte Fink. "Es hat etwas Mühe gekostet, ein Telegramm zu senden - es ist nicht so, als würde man jemandem eine SMS schreiben. Es hat mich berührt, dass sie an mich gedacht und sich die Mühe gemacht haben."

lie/AP



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