Missbrauch in der katholischen Kirche Bistum Limburg will Kommunikation mit Opfern verändern

Das Bistum Limburg hat Vorschläge zur Prävention und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch vorgestellt - und eine Veränderung der Kommunikation angekündigt.
Dom und Bischofssitz in Limburg: Bistum strebt "Kulturveränderung" an

 Dom und Bischofssitz in Limburg: Bistum strebt "Kulturveränderung" an

Foto: Thomas Frey/ dpa

Das Bistum Limburg will die von einer Projektgruppe erarbeiteten Vorschläge zur Prävention und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch möglichst rasch umsetzen. "Es braucht Kulturveränderung", sagte Bischof Georg Bätzing.

Das Bistum nehme die Handlungsempfehlungen an und werde den Umsetzungsplan für vorgeschlagene Maßnahmen in Auftrag geben, kündigte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz an.

"Das Bistum muss lernen, zuzuhören"

Mehrere Monate lang hatten 70 Wissenschaftler, Kirchenvertreter und Betroffene neun Themenbereiche bearbeitet und schließlich rund 60 Maßnahmen vorgeschlagen, mit denen künftig Übergriffe verhindert werden sollen. Eines der Ergebnisse des Projekts mit dem Titel "Betroffene hören - Missbrauch verhindern"  ist der Diözese zufolge, dass die bisherige Kommunikation umgekehrt werden soll.

"Nicht die Betroffenen sind Bittsteller und Bittstellerinnen, sondern das Bistum muss lernen, zuzuhören." Das Konzept hält daher einen radikalen Perspektivwechsel für nötig: "Vorrang hat die Sicht des Betroffenen, dieser muss im Fokus und immer an erster Stelle stehen." Einen konkreten Zeitplan zur Umsetzung der erarbeiteten Ergebnisse nannte das Bistum nicht.

Zu den Empfehlungen gehört etwa ein Beschwerdemanagement, eine Fachstelle für sexualisierte Gewalt und eine externe Ombudsstelle für Betroffene, gerade auch für Kinder. Weitere Vorschläge nehmen die Sexualmoral der katholischen Kirche in den Blick, eine stärkere Rolle der Laien oder klare Aufsichtsstrukturen.

bbr/dpa