Missbrauchsklagen US-Jesuiten sind pleite

Der Jesuitenorden zieht die juristische Notbremse: Als Reaktion auf Dutzende Klagen gegen Priester wegen sexuellen Missbrauchs haben Jesuiten in den USA Gläubigerschutz beantragt. Die Entscheidung stieß auf Kritik.


Portland - Entsprechende Unterlagen wurden am Dienstag beim US-Insolvenzgericht in Portland eingereicht. Die Provinz Oregon des katholischen Ordens führt darin ein Vermögen von weniger als fünf Millionen Dollar (vier Millionen Euro) und Verbindlichkeiten von fast 62 Millionen Dollar auf.

Die Entscheidung, Gläubigerschutz nach Chapter 11 zu beantragen, sei nicht leicht gewesen, erklärte Provinzial Patrick Lee. Angesichts von 200 weiteren Klagen, die anhängig seien oder drohten, sei dies aber der einzige Weg, wie allen Klägern eine faire finanzielle Regelung angeboten werden könne. Ein Anwalt, der mehr als 60 Kläger aus Alaska vertritt, sagte, der Orden bewerte sein Vermögen bei weitem zu niedrig.

Der Jesuitenorden hat in den USA zehn Provinzen. Zur Provinz Oregon gehören die US-Staaten Oregon, Washington, Alaska, Idaho und Montana.

jdl/AP



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