Missbrauchsvorwürfe Bistum Hildesheim setzt unabhängigen Gutachter ein

Das Bistum Hildesheim ist wegen seines Umgangs mit Missbrauchsvorwürfen in die Kritik geraten. Nun soll ein unabhängiger Gutachter die Aufklärungsarbeit in der Diözese untersuchen.

Das Bistum Hildesheim ist wegen seiner mangelnden Aufklärungsarbeit nach Missbrauchsvorwürfen gegen Pater Peter R. kritisiert worden. Nun hat das Bistum angekündigt, den Umgang mit den Vorwürfen von einem unabhängigen Gutachter untersuchen zu lassen.

"Der Gutachter soll auch den Auftrag erhalten, zu überprüfen, ob es möglicherweise weitere Fälle des sexuellen Missbrauchs durch R. in der Diözese gegeben hat", heißt es in einer Mitteilung . Der Gutachter solle mit der zuständigen Staatsanwaltschaft eng zusammenarbeiten. Wer den Job übernehmen wird, ist noch nicht bekannt.

Hintergrund: 2010 wandte sich ein junges Mädchen namens Anna* an das Bistum und erhob schwere Vorwürfe gegen Pfarrer R. Der stand damals schon im Zentrum des großen Missbrauchsskandals am Berliner Canisius-Kolleg - doch das Bistum Hildesheim gab die neuen Hinweise erst Monate später an die Staatsanwaltschaft weiter. Die Vorgänge wurden erst im vergangenen November durch eine WDR-Dokumentation öffentlich.

Bischof Norbert Trelle gab im Dezember Fehler im Umgang mit dem Fall zu, wies den Vorwurf der Vertuschung aber zurück.

Zuletzt erhob auch Annas Mutter Missbrauchsvorwürfe gegen Pater R. - und das Bistum musste einräumen, bereits vor fünf Jahren erstmals über einen solchen Verdacht informiert worden zu sein. Mehr zu dem Fall lesen Sie hier.

*Name geändert

hut
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