Für Rettung und Beerdigung Bürgermeister verlangt von Mont-Blanc-Bergsteigern 15.000 Euro Kaution

Der Mont Blanc hat seinen Preis. Sportlich, aber auch Tod und Unglücke sind teuer. Um nicht auf den Kosten sitzenzubleiben, bittet ein Bürgermeister am Fuß von Europas höchstem Gipfel die Bergsteiger nun zur Kasse.
Mont-Blanc-Gipfel: Für die eigene Rettung lägen 10.000 Euro, für die eigene Beerdigung immerhin noch 5000 Euro bereit

Mont-Blanc-Gipfel: Für die eigene Rettung lägen 10.000 Euro, für die eigene Beerdigung immerhin noch 5000 Euro bereit

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JEFF PACHOUD/ AFP

Der Aufstieg zum Mont Blanc ist gefährlich, durch das Tauwetter kommt es immer wieder zu Steinschlägen und Schneebrettern, Gletscherspalten tun sich auf. Derzeit raten die Behörden von einer Bergtour auf Europas höchsten Gipfel sogar generell ab. Doch einige Bergsteiger wagen es trotzdem – sehr zum Ärger von Jean-Marc Peillex. Er ist Bürgermeister von Saint-Gervais-les-Bains, von wo aus Bergsteiger über die Goûter-Route auf den Berg gelangen können.

Dutzende Menschen hätten sich über die Warnungen hinweggesetzt und sich auf ein »russisches Roulettespiel« begeben, sagte Peillex. Fünf rumänische Besucher »in kurzen Hosen, Turnschuhen und Strohhüten« hätten von der Bergpolizei zurückgewiesen werden müssen.

Über Italien weiter ohne Kaution

Er sprach von Bergsteigern, die den Tod im Rucksack hätten. Peillex reichte es, und er entschied: Bergsteiger, die versuchen, den Gipfel von der Goûter-Hütte aus zu erreichen, müssen künftig eine Kaution in Höhe von 15.000 Euro hinterlegen, um die Kosten zu decken, falls sie gerettet werden müssen oder gar sterben. Für die Rettung seien 10.000 Euro veranschlagt worden, für die eigene Beerdigung immerhin noch 5000 Euro.

»Wir sollten die Kosten für ihre Rettung und Beerdigung einkalkulieren, denn es ist nicht hinnehmbar, dass die französischen Steuerzahler dafür aufkommen müssen«, sagte Peillex. Die jüngste Hitzewelle in Frankreich und Italien hat auch den Aufstieg zum Mont Blanc noch gefährlicher gemacht.

Der Präsident des Bergführerverbands von Chamonix, Olivier Grébert, hatte diese Woche geschätzt, derzeit würden nur noch maximal 20 Menschen pro Tag auf den 4807 Meter hohen Gipfel gelangen. Normalerweise seien es mehr als hundert.

Bergwanderer im August 2017 am Mont Blanc: Bereits damals ging es hier steinig zu

Bergwanderer im August 2017 am Mont Blanc: Bereits damals ging es hier steinig zu

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PHILIPPE DESMAZES / AFP

Der Gipfel kann außer über die Goûter-Hütte auch über den Ratti-Weg von der italienischen Seite aus erreicht werden. Der Bürgermeister des Orts Courmayeur am Fuß des Berges auf italienischer Seite, Roberto Rota, will laut einem Bericht des »Guardian«  den Zugang zum Mont Blanc nicht erschweren. »Der Berg ist kein Eigentum«, wird er zitiert. »Wir als Verwalter können uns darauf beschränken, suboptimale Bedingungen entlang der Routen zu melden, aber eine Kaution zu verlangen, um den Gipfel zu besteigen, ist wirklich surreal.«

Erst vor wenigen Tagen hatte Noé Vérité, der Hüttenwart der Cosmiques-Hütte, auf der regulären Route über Frankreich von herunterkrachenden Steinen »so groß wie Kühlschränke« berichtet. Die Steinschlaggefahr hat zuletzt in weiten Bereichen der Alpen zugenommen , in der Schweiz war erst am Wochenende eine Frau beim Klettern ums Leben gekommen. Auch beispielsweise am Matterhorn warnen Bergführer derzeit vor einer Besteigung.

apr/AFP
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