Auf 4450 Meter Höhe Flugzeuglandung am Mont Blanc empört Anwohner

Schweizer Alpinisten sind ohne Genehmigung mit einem Flugzeug am Mont Blanc gelandet. Der Bürgermeister spricht von einer "nicht tolerierbaren Schädigung der Umwelt", die Polizei schritt ein.

Mont Blanc
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Zwei Schweizer Bergsteiger sind am Dienstag am Mont Blanc in den französischen Alpen von der Polizei abgefangen worden, nachdem sie mit einem Kleinflugzeug auf 4450 Meter Höhe gelandet waren und sich auf den Weg zum Gipfel gemacht hatten.

Der Bürgermeister von Chamonix-Mont-Blanc, Eric Fournier, sprach angesichts der umweltschädlichen Landung mit dem Flugzeug von einer "Provokation" der beiden Schweizer. Die Polizei erklärte, man suche noch nach einem passenden Wort für das Vergehen.

Wegen der zahlreichen Bergsteiger, die jährlich den Mont Blanc erklimmen, kämpfen die Behörden mit den Sicherheitsbedingungen und dem Umweltschutz rund um den höchsten Berg Europas. Seit Mai müssen Bergsteiger, die die normale Route zum Gipfel auf 4810 Metern nehmen, eine Reservierung für eine der Hütten vorweisen. Die Hütten waren bisher oft überbelegt.

Bergsteiger flogen wieder ab

Die Landung der Schweizer wirkt angesichts der Maßnahmen als besonders unpassend. Polizisten hätten das Kleinflugzeug auf 4450 Meter Höhe östlich des Mont Blanc entdeckt - in einer Militärzone, die "grundsätzlich nicht" als Landeplatz in den Bergen zugelassen sei, sagte Polizeioberst Stéphane Bozon gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Eine Identitätsüberprüfung bei den beiden Insassen des Flugzeugs habe ergeben, dass es sich um zwei Schweizer handele. Die Polizisten verwiesen die Bergsteiger des Platzes, worauf diese gleich wieder abhoben.

Bürgermeister Fournier sprach von einer "nicht tolerierbaren Schädigung der Umwelt im Hochgebirge und der existierenden Maßnahmen, um diese zu schützen".

tin/AFP

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insgesamt 32 Beiträge
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hosenmatz15 19.06.2019
1. Leider Typisch Schweiz
Ich wohne seit 10 Jahren in der Schweiz und erlebe dieses intolerante Verhalten gegenüber der Umwelt und Gemeinschaft fast täglich. Erklären kann ich es mir bis heute nicht wodurch die Schweizer Gesellschaft dazu geprägt wird.
manfred.gebauer 19.06.2019
2. Pseudo-Bergsteiger mit zuviel Geld
Manche Wohlstandsauswüchse sind schon bemerkenswert... selbstgefällig. Der durch das Übermaß an Wohlstand verursachte Massentourismus an MontBlanc (auch Mt. Everest) vergällt beinahe jedem die Freude an dem eigentlichen Erlebnis: Ob man mit in dieser Warteschlange stapft oder nicht. Ersteren, weil sie das Erlebnis nicht individuell gestalten können, letzteren, weil ihnen die prominenteren Gipfel schlicht verwehrt bleiben, wenn man dem Förderbandtourismus abgsagt. Klar, für ein geiles Pic bei Insta/FB/Twitter fragt keiner groß nach.. Bergsteigen lebt aber vor allem im (Klein)Teamerlebnis oder gar einem unbeschreiblichen Solo. Letzteres ist quasi antithetisch zur Insta/FB/Twitter-Pos(t)ing Not: Nach innen gekehrt, anderen kaum oder nur schwer erklärbare EIndrücke und Emotionen. Klar, manchen reicht es, doch lieber in Bergsteiger-Montur die Seilbahn/Schlepptau und Flugzeug oder Heli zu nehmen und schönes Gipfelfoto knipsen. Arm vor Reichtum?
kulupp 19.06.2019
3. Franzosen und Umweltschutz?
Die Begründung erschließt sich mir nicht. Sobald Profit winkt ist das doch völlig egal. Der Bürgermeister hat wohl Angst das zukünftig das Geld an ihm vorbei läuft. Würde er es ernst meinen, sollte er den Massentourismus am Mont Blanc mit dutzenden von Toten jedes Jahr verhindern. Nein, es geht nur um Geld.
rgw_ch 19.06.2019
4. Militär und Umweltschutz
Eine Militärzone als Umweltschutzgebiet? Finde ich gut. Sollte man mit allen Militärzonen machen. Frage: Kam die Polizei so schnell zur Kontrolle in 4450 Metern Höhe herbeigeeilt wegen des Umweltschutzes oder wegen der Militärzone?
Bearhawk 19.06.2019
5. Was an einer Landung
mit einem, wahrscheinlich mit Skiern ausgerüsteten, Kleinflugzeug auf einem Schneefeld so umweltschädigend sein soll, erschließt sich mir nicht ganz! Die Aktion selbst ist natürlich abzulehnen, da sie ein ganz schlechtes Licht auf Piloten und die allgemeine Luftfahrt wirft. Bin selber jahrelang in den USA geflogen und dort auch im Backcountry von Idaho oder Montana! Strips in die sie nur mit dem Kleinflugzeug fliegen durften weil die Umwelteinflüsse gerade mit einer solchen Maschine so gering sind. Auch hier gab es Piloten, deren Verhalten kontraproduktiv war und die die Zusammenarbeit von Pilot Associations und Forstbehörden durch ihre Aktionen immer wieder unterliefen.
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