Malaria und Cholera nach Zyklon Unicef warnt vor Epidemien in Südostafrika

Eine der schlimmsten Naturkatastrophen hat Südostafrika getroffen - mittlerweile ist die Zahl der Todesopfer in den drei betroffenen Ländern auf mehr als 600 gestiegen. Im Chaos steigt das Risiko übertragbarer Krankheiten.

Kb Mpofu/ DPA

In großen Teilen Südostafrikas steht das Wasser. Nachdem der Zyklon "Idai" mit Windgeschwindigkeiten um 200 Kilometer pro Stunde über die Region hinwegfegte, folgte starker Regen. Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef sprach am Samstag von mittlerweile 1,8 Millionen Menschen, die von den verheerenden Folgen des Wirbelsturms betroffen sind.

Die Zahl der Todesopfer ist nach Angaben der Regierungen und der Uno in den drei betroffenen Ländern auf mehr als 600 gestiegen. In Mosambik kamen demnach mindestens 400 Menschen ums Leben, in Simbabwe mehr als 130 und in Malawi mehr als 50. Die Nachrichtenagentur Reuters geht sogar von mehr als 700 Toten aus. Nach Angaben von Hilfsorganisationen werden die Zahlen weiter steigen.

Seit Tagen sind humanitäre Helfer, unter anderem von der Uno, vor Ort. Das Welternährungsprogramm WFP hat seine Nothilfe stark ausgeweitet. Es reiht die Katastrophe inzwischen neben den Einsätzen im Jemen, in Syrien und in Südsudan zu den zurzeit größten Krisen ein. Die Vereinten Nationen gaben 20 Millionen Dollar als Anschubfinanzierung des Hilfseinsatzes frei. Die Regierung Tansanias, das im Süden an Mosambik grenzt, schickte mehr als 200 Tonnen Hilfsgüter in die Region.

Während die Suche nach den Überlebenden weitergeht, warnt Unicef davor, dass durch das Wasser übertragbare Krankheiten aus dem Desaster eine noch größere Katastrophe machen könnten. Die Überschwemmungen, die überfüllten Notunterkünfte, mangelnde Hygiene: In diesem Chaos erhöht sich nach Unicef-Angaben das Risiko von Cholera, Malaria und Durchfall.

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Überschwemmungen in Mosambik: "Ozean im Landesinneren"

Eine große Gefahr: das unsaubere Trinkwasser in den betroffenen Regionen. In der Nacht zu Samstag flogen zwei Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) mit zwei Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung in die verwüstete Hafenstadt Beira in Mosambik. Ein Team mit neun Spezialisten wollte zudem am Nachmittag starten. Einmal einsatzbereit können die Anlagen nach Angaben des THW 10.000 Liter Wasser pro Stunde aufbereiten.

Zyklon "Idai" war vor einer Woche vom Indischen Ozean in der Nähe der Hafenstadt Beira in Mosambik auf Land getroffen und überschwemmte riesige Gebiete in Mosambik, Simbabwe und Malawi.

Mittel für effektives Warnsystem fehlen

Bilder der Katastrophe zeigen Menschen, die umgeben von Wasser auf den Dächern ihrer Häuser festsitzen. Viele verharren dort tagelang - ohne Zugang zu Trinkwasser und Lebensmitteln. Umgestürzte Bäume blockieren die Straßen, unzählige Gebäude sind eingestürzt, darunter auch Krankenhäuser. Von einem "Ozean im Landesinneren" ist die Rede. In den vergangenen Tagen ließ der Regen Flüsse kilometerweit über die Ufer treten.

Spendenkonten
    Das Bündnis Entwicklung Hilft (BEH), die Aktion Deutschland Hilft (ADH) und das Rote Kreuz rufen gemeinsam zu Spenden für die Opfer in Mosambik und angrenzenden Ländern auf.

Empfänger: BEH & ADH
IBAN: DE53 200 400 600 200 400 600
Bank: Commerzbank 
Stichwort: Wirbelsturm Idai

Empfänger: Deutsches Rotes Kreuz
IBAN: DE63370205000005023307
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Wirbelsturm Idai

nil/dpa/AFP/Reuters



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