Tod von 85-jährigem Bergsteiger Nepal diskutiert Altersgrenze am Mount Everest

Wie alt darf man für den höchsten aller Berge sein? Nach dem Tod von Min Bahadur Sherchan am Mount Everest gibt es in Nepal Rufe nach einer Obergrenze für Bergsteiger.

DPA

Bergsteiger Min Bahadur Sherchan war der älteste Mensch, der je den Gipfel des Mount Everest bezwang. 2017 wollte er diesen Rekord wiederholen, doch am Wochenende starb der 85-Jährige im Basislager des höchsten Bergs der Erde. Sein Tod hat zu einer erneuten Debatte über Ältere im Himalaya geführt.

"Es ist dringend nötig, sofort eine Altersgrenze einzuführen. Wenn es sie gegeben hätte, hätte der Tod verhindert werden können ", sagte Ang Tshering Sherpa, der Präsident der nepalesischen Bergsteigervereinigung NMA. Seine Vereinigung will die Regierung zu einer Altersgrenze von 76 Jahren bewegen.

Für den Aufstieg von Nepal aus gibt es nur eine Untergrenze - Bergsteiger müssen mindestens 16 sein. Für die Route durch Tibet gilt dem US-Fernsehsender CNN zufolge dagegen bereits eine von China verhängte Altersgrenze von 60 Jahren.

"Er war gesundheitlich fit. Er ging täglich 15 Kilometer. Aber ich denke, sein Alter war ein Faktor", sagte Ang Tshering Sherpa über Sherchan. "Er war zu alt, um den Mount Everest zu besteigen, aber er hatte einen sehr starken Willen."

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Die nepalesische Regierung hatte nach Angaben des "Guardian" bereits vor zwei Jahren über striktere Regularien für Bergsteiger diskutiert - inklusive einer Altersgrenze. Die strengeren Regeln hätten jedoch in Gemeinden in der Himalaya-Region Kritik ausgelöst, da die Orte auf die Einnahmen von Bergsteigern aus Übersee angewiesen seien.

Südafrikaner wollte Everest alleine und unangemeldet bezwingen

Sherchan hatte am Samstag einen Herzstillstand erlitten. 2008 hatte er sich mit damals 76 Jahren zum ersten Mal den Rekord des ältesten Menschen auf dem 8848 Meter hohen Berg erkämpft. Der Großvater von 17 Enkeln und 6 Urenkeln verlor den Titel 2013 an den Japaner Yuichiro Miura - und wollte ihn nun zurückholen.

Bahadur Sherchani ist bereits der zweite Bergsteiger, der diese Saison am Mount Everest starb. Vergangenen Sonntag war der Speed-Bergsteiger Ueli Steck abgestürzt. Der 40-jährige Schweizer kam auf einer Vorbereitungstour für ein Rekordprojekt ums Leben - der Doppelbesteigung des Everest und des Nachbarbergs Lhotse.

Ein 43-jähriger Südafrikaner wurde derweil zu einer Geldstrafe von fast 20.000 Euro verurteilt, weil er den Mount Everest ohne Erlaubnis und alleine besteigen wollte. Normalerweise müssen Ausländer knapp 10.000 Euro Gebühr für die Besteigung bezahlen. Trotzdem ist es 2017 besonders voll am Mount Everest: Dieses Jahr laufen die verlängerten Aufstiegsgenehmigungen für diejenigen Bergsteiger aus, die ihren Gipfelsturm nach einem verheerenden Erdbeben 2015 aufgeben mussten.

apr/AP/AFP

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