Protestaktionen an drei Flughäfen Aktivisten kleben sich an Straßen fest

Die Klimaaktivisten haben ihre Drohungen wahr gemacht: In München, Frankfurt und Berlin versperrten Mitglieder der Gruppe »Aufstand der letzten Generation« Flughafenzufahrten.
Aktivisten haben sich mit ihren Händen auf einen Zebrastreifen auf der Südallee, einer Zufahrt zum Frachtbereich vom Münchner Flughafen, geklebt.

Aktivisten haben sich mit ihren Händen auf einen Zebrastreifen auf der Südallee, einer Zufahrt zum Frachtbereich vom Münchner Flughafen, geklebt.

Foto: Matthias Balk / dpa

An den Flughäfen München, Frankfurt und Berlin haben Klimaaktivisten der Initiative »Letzte Generation« gegen Lebensmittelverschwendung und für eine konsequentere Klimapolitik protestiert.

München

Fünf Klimaaktivisten der Gruppe »Aufstand der letzten Generation« blockierten eine Straße zu den Frachthallen auf dem Münchner Flughafen. Die Menschen klebten ihre Hände mit Sekundenkleber auf der Straße fest. Das meldet unter anderem der Bayerische Rundfunk  (BR).

Die Verkehrsbehinderungen sollen sich allerdings in Grenzen gehalten haben: Beide Blockaden ließen sich laut Polizei relativ leicht umfahren. Sie wurden den Angaben zufolge mithilfe von Rettungsdienst und Feuerwehr bis etwa 9.30 Uhr aufgelöst. Die Aktivisten wurden mit auf die Wache genommen. Gegen sie werden Ermittlungsverfahren wegen Nötigung eingeleitet.

Frankfurt am Main

In der hessischen Großstadt blockierten sechs Aktivisten eine Zufahrtsstraße zum Cargo-Bereich. Dabei hielten sie Banner mit der Aufschrift »Essen Retten, Leben Retten« hoch. Eine weitere Protestaktion wurde nach Angaben der Aktivisten von der Polizei verhindert. Es gebe weitere Aktionen rund um den Frankfurter Flughafen, etwa auf den Zubringerstraßen und Kreuzungen, sagte ein Polizeisprecher. »Dadurch kommt zu Verkehrsbehinderungen.«

Berlin

Eine Straßenblockade von einigen Klimaschutz-Demonstranten am Flughafen der Hauptstadt blieb ohne größere Auswirkungen. Vier Männer und Frauen klebten sich am frühen Morgen auf einer Zufahrtsstraße fest, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Blockade sei aber letztlich gescheitert, weil der Verkehr von der Polizei umgeleitet wurde. Die Demonstranten wurden noch am Vormittag von der Straße abgelöst. Auf Fotos der Klimaschutz-Initiative »Aufstand der letzten Generation«, die seit Januar in Berlin immer wieder Autobahnausfahrten blockiert hatte, waren die vier Blockierer auf einer auto- und staufreien Zufahrtsstraße zu sehen.

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Zuletzt kritisierte Bundesagrarminister Cem Özdemir die Straßenblockaden. »Total egal, wer was will, eine Demokratie lässt sich nicht erpressen«.

»Ich rate dazu, sich wieder darauf zu besinnen, um was es eigentlich geht, sicher nicht darum, denen Steilvorlagen zu geben, die möglichst wenig Klimaschutz wollen.« Klimaschutz sei dringlich und notwendig. »Und genau deshalb habe ich eigentlich überhaupt keine Lust, dass gerade ganz wenige mit Lärm dazu beitragen, Mehrheiten für den Klimaschutz zu gefährden.«

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Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast hatte auf Twitter geschrieben, das Vorgehen der Klimaaktivisten habe etwas »Tragisches«. »Es läuft in eine Sackgasse und verschiebt den Fokus weg vom Anliegen – hin zur Frage, was ist noch legitim und was wird nur als Straftat wahrgenommen.« Sie bezog sich auf einen Artikel, in dem es darum ging, dass die Klimaaktivisten ihre Aktionen ausweiten wollten.

Die Gruppe »Aufstand der letzten Generation« hatte immer wieder Autobahnausfahrten, vor allem in Berlin, aber auch in Hamburg und München blockiert. Am Montagmorgen war die Köhlbrandbrücke in Hamburg wegen einer ihrer Aktionen gesperrt.

Am Wochenende hatte die Gruppe eine Ausweitung ihrer Aktionen auf Häfen und Flughäfen angekündigt, falls es bis zum Sonntagabend keine konkreten Zusagen der rot-grün-gelben Bundesregierung zur Umsetzung eines Lebensmittelrettungsgesetzes geben sollte.

kha/ptz/dpa