Tierschützer empört Namibia exportiert in der Wildnis gefangene Elefanten nach Arabien

Ein Privatkäufer hatte die Tiere ersteigert: 22 Elefanten werden aus Namibia in die Vereinigten Arabischen Emirate gebracht. Dabei beruft sich das Land auf eine umstrittene Interpretation einer Bestimmung.
Afrikanischer Elefant (Symbolbild)

Afrikanischer Elefant (Symbolbild)

Foto: IMAGO

Tierschützer haben empört auf den Export von 22 vorher wild lebenden Elefanten aus Namibia in die Vereinigten Arabischen Emirate reagiert. Die Regierung des südwestafrikanischen Staates verstoße damit gegen das Artenschutzabkommen CITES, schrieb der Internationale Tierschutzfonds (IFAW) in einer Erklärung .

Ein Privatkäufer hatte die Tiere bei einer Auktion ersteigert. Erklärungen der Regierung, keine Rolle bei dem Export zu spielen, wiesen die Tierschützer mit dem Argument zurück, dass für die Ausfuhr ja behördliche Genehmigungen erforderlich seien.

Umstrittene Rechtslage

Es sei laut CITES zwar erlaubt, die wild lebenden Tiere innerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets in Afrika zu exportieren, so IFAW. Namibia berufe sich jedoch auf eine umstrittene juristische Auslegung dieser Bestimmungen, um zu rechtfertigen, dass wild gefangene Elefanten in Einrichtungen außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets gebracht werden.

Zuvor hatte bereits die Schweizer Franz-Weber-Stiftung auf diese Praxis hingewiesen und betont, die Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens würde bei der 74. Sitzung des Ständigen CITES-Ausschusses diese Woche in Lyon überprüft werden.

In Namibia mit seinen knapp 2,5 Millionen Einwohnern leben heute nach Schätzungen rund 23.000 Elefanten. Das Umweltministerium versteigerte im Vorjahr insgesamt 57 Elefanten an Privatkäufer. Von den Tieren blieben laut IFAW nur 15 im Land selbst. Die Regierung argumentiert, dass sie die Zahl der Dickhäuter reduzieren und zugleich mit dem Erlös Konflikte zwischen der Bevölkerung und den Dickhäutern reduzieren wolle. Vor allem im Norden Namibias gibt es immer wieder solche Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren.

bbr/dpa
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