Neue alte Mode Die Rückkehr des Schnauzers

In den siebziger und achtziger Jahren hatte der Oberlippenbart, auch "Schnauzer" genannt seine ganz große Zeit. Jetzt scheint er wieder in Mode zu kommen - zumindest bei Promis in New York.


New York - Die einen lieben, die anderen hassen ihn: den männlichen Bart. Zu den besonders umstrittenen Formen gehört der Schnauzer. Doch genau der scheint wieder in Mode zu kommen. So scheuen sich selbst Promis wie Oscar-Preisträger Nicolas Cage und Starfotograf Terry Richardson derzeit nicht, Bart zu tragen. Auch der Titelheld aus der beliebten US-Fernsehserie "My Name Is Earl" trägt Schnauzer. "Man geht ganz anders damit, man ist cooler, man zieht sich anders an", sagt Jay Della Valle, ein junger Filmemacher aus New York. "Aber okay, vor allem will man Spaß haben damit."

Der Schnurrbart sei eine Lebenshaltung, meint der 26-Jährige, zumindest für alle die noch nicht 30 sind. Er hat einen Dokumentarfilm gedreht. Titel: "Die glorreiche Schnurrbart-Herausforderung". Darin sprechen etwa 30 Unter-30-Jährige über ihre Erfahrungen mit dem Schnauzer. Die ersten Wochen mit Bart seien anstrengend, sagt Della Valle: Alle Welt sei dagegen, vor allem die Frauen. "Du siehst wie mein Vater aus", habe er von seinen Freundinnen zu hören bekommen, "oder wie ein Pornostar aus den Siebzigern". Irgendwann stehe man aber darüber - und dann werde einem vielleicht klar, dass man seinen Schnurrbart liebt.

Jüngst kamen in New York Hunderte junge Männer zu einem Schnauz- und Bartwettbewerb zusammen, ihre Helden sind Clark Gable, Sean Connery und Inspektor Clouzeau. Besonders viel Beifall aber erhielt einer: Tom Selleck, Serienstar aus "Magnum". Cooler geht's nicht.

So ein Schnurrbart mache einfach Spaß, findet Donald Bradford, ein großer Blonder mit silberfarbenem Blouson. Graham Veysey dagegen findet es weniger lustig, er trägt den Schnauzer bloß, weil er eine Wette verloren hat. "Mit Schnurrbart fühle ich mich unsicher", sagt der 24-Jährige. Er warte auf den Tag, an dem er das Ding endlich abrasieren kann. "Das bin nicht ich. Außerdem werde ich 25-mal am Tag darauf angesprochen."

Die Erfahrung habe er auch gemacht, gibt Thomas Vasseur zu. Der französische Modemacher lebt samt Schnauzer und Koteletten in New York: "Jeder hat einen Kommentar dazu." So habe sich sein kleiner Neffe beschwert: "Onkel, du piekst." Zum Glück gebe es auch ein paar Leute, die den Bart gut finden, berichtet Vasseur. Er selbst wolle ohne den Schnurrbart nicht mehr leben: "Er ist ein männliches Accessoire, wie Strähnchen oder Schminke bei den Mädchen. Ohne ihn würde ich mich mittlerweile nackt fühlen."

Catherine Hours, AFP



insgesamt 118 Beiträge
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arte de la comedia, 31.05.2006
1.
---Zitat von sysop--- Jahrelang war der "Schnauzer" völlig out, jetzt scheint die Gesichtsbehaarung unterhalb der männlichen Nase wieder salonfähig zu werden. Was halten Sie vom Schnurrbart? Nette Zier oder ästhetische Gesichtsverletzung? ---Zitatende--- Heute schon..sonst nicht.
tatanka yotaka, 31.05.2006
2.
---Zitat von sysop--- Jahrelang war der "Schnauzer" völlig out, jetzt scheint die Gesichtsbehaarung unterhalb der männlichen Nase wieder salonfähig zu werden. Was halten Sie vom Schnurrbart? Nette Zier oder ästhetische Gesichtsverletzung? ---Zitatende--- Auf jeden Fall verdammt praktisch. Wenn das Pils in der Kneipe vorschriftsmässig (mind. 5 Minuten) mit einer ordentlichen "Blume" gezapft wird, kann man vom letzten Glas immer eine Portion mit auf den Heimweg nehmen...
anselmi 31.05.2006
3.
Ein Schnauzbart macht sexy, strahlt Autorität aus und ist die Zierde eines echten Kerls: http://library.usu.edu/Specol/digitalexhibits/masaryk/images/stalin.jpg
entaklemma, 31.05.2006
4. No No Never
Ein Schnauzer sieht für mich wie VoKuHiLa, immer ein wenig nach "unterpriviligiert" aus. Nicht einmal in der gezwirbelten RA-Lensen Variante. Ausser zum Verdecken einer Hasenscharte, oder anderen Fehlern, sollte MANN es nie tragen. Und selbst bei kleinen Fehler sieht pur/nackig eigentlich besser aus - siehe Waldi Hartmann! Wenn schon Bart, dann aus Bequemlichkeit und Coolness Dreitage- oder Yetivariationen.
Günter Stalinski 31.05.2006
5.
---Zitat von tatanka yotaka--- Auf jeden Fall verdammt praktisch. Wenn das Pils in der Kneipe vorschriftsmässig (mind. 5 Minuten) mit einer ordentlichen "Blume" gezapft wird, kann man vom letzten Glas immer eine Portion mit auf den Heimweg nehmen... ---Zitatende--- Immmer, wenn ich beim Suppe-Essen die Haare in den Mund reinziehe, ist es Zeit, den Schnauzer zu stutzen.
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