Neuer Dresscode
Miniröcke nur für Besitzerinnen "perfekter Beine"
György Mitnyan, Bezirksvorsteher eines Budapester Stadtbezirks, hat sehr konkrete Vorstellungen darüber, wie die städtischen Angestellten zur Arbeit erscheinen sollten. Männer sollten Jacketts tragen, bei Frauen dürfe es auch mal etwas "kleines" sein - aber nur, wenn sie gut aussähen.
Budapest - György Mitnyan ist so etwas wie ein Exot unter den Köpfen der 23 Budapester Stadtbezirke: Er steht als Konservativer dem reichen 12. Bezirk vor und sitzt ansonsten in einem liberal bis links dominierten Stadtparlament. Entsprechend chancenlos sind gemeinhin seine Eingaben und Vorschläge.
Dafür sind sie mitunter publikumswirksam: Derzeit macht Mitynan mit einer neuen Kleiderordnung von sich reden, die er für die städtischen Angestellten gern verbindlich machen würde. Denn die, wettert der Konservative, erschienen manchmal wie "Bettler oder Urlauber" am Arbeitsplatz.
Er stellt sich angemessene Berufskleidung anders vor: Die Herren etwa sollten grundsätzlich - auch im Sommer - ein Jackett tragen. Frauen gesteht er mehr Freiheiten zu - so lange sie nur gut aussähen.
So mag Mitynan grundsätzlich keine bauchfreien Shirts, denn "nur wenige Frauen haben so wohltrainierte Bäuche, dass es sich lohnt, sie öffentlich zu zeigen". Miniröcke seien nur dann angebracht, wenn die Frau über "absolut perfekte Beine" verfüge.
Mityans Vorstellungen darüber, was ein "Minirock" ist, entsprechen dabei allerdings weitgehend dem, was man in den Siebzigern "Midi" nannte: Die Kleidungsstücke sollten doch bitte nicht mehr als "zwei bis drei Zentimeter über dem Knie" enden. Strümpfe seien zudem zu jeder Jahreszeit angezeigt, und auch über deren Blickdichte hat sich Mitynan bereits detailliert Gedanken gemacht.
Im Gegensatz zu Budapests Bürgermeister Gabor Demszky. Der kommentierte die eigenwilligen Vorschläge des konservativen Bezirksvorstehers mit nur einem Wort: "Krass!"
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