Neuseeland 95-Jähriger protestiert gegen den Terror von Christchurch

In Neuseeland hat ein Rentner trotz gehobenen Alters an Protesten gegen den Terror in Christchurch teilgenommen. Dafür musste der Mann eine strapaziöse Reise auf sich nehmen.

Der 95-jährige Veteran John Sato mit zwei Helfern auf dem Weg zum Protest
Getty Images

Der 95-jährige Veteran John Sato mit zwei Helfern auf dem Weg zum Protest


Dem hohen Alter zum Trotz: Ein 95-Jähriger aus dem neuseeländischen Auckland hat an Anti-Rassismus-Protesten nach dem Anschlag von Christchurch teilgenommen. Wie der Sender Radio New Zealand berichtet, musste der Weltkriegsveteran John Sato dafür eine beschwerliche Reise auf sich nehmen.

Sato sei am Sonntag aus einem Vorort insgesamt vier Mal zwischen Bussen umgestiegen, bis er schließlich zu Fuß eine Kundgebung im Zentrum von Auckland erreicht habe, berichtete der Sender. Bilder zeigten, wie ein Polizist und ein junger Mann Sato auf dem letzten Stück unterstützen.

Er habe nicht schlafen können, nachdem er die Nachricht vom Massaker in Christchurch gehört habe, sagte Sato. "Ich blieb lange wach und habe auch seitdem nicht gut geschlafen." Als er schließlich von den landesweiten Protesten gegen Rassismus hörte, habe er daran teilnehmen wollen.

In Christchurch waren bei dem Anschlag während der Freitagsgebete am 15. März 50 Menschen gestorben. Dutzende weitere Personen wurden verletzt, einige davon schwer. Ein 28 Jahre alter Rechtsextremer aus Australien sitzt in Untersuchungshaft. Ihm droht wegen vielfachen Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Sato zeigte sich erfreut darüber, dass die Menschen nach der Tragödie unabhängig von ihrer Herkunft enger zusammengerückt seien. "Die Menschen haben plötzlich realisiert, dass wir alle gleich sind", sagte Sato. Die Proteste würden "das Beste in den Menschen zeigen".

fek

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