Neuseeland Polizei ermittelt nach Vulkanausbruch auf White Island

Mindestens sechs Menschen sind bei dem Vulkanausbruch in Neuseeland gestorben, weitere Opfer werden befürchtet. Premierministerin Ardern will klären lassen, warum die Touren auf die Insel nicht gestoppt wurden.
Vulkan auf White Island: Die Maori-Ureinwohner nennen ihn Te Puia o Whakaari - "der dramatische Vulkan"

Vulkan auf White Island: Die Maori-Ureinwohner nennen ihn Te Puia o Whakaari - "der dramatische Vulkan"

Foto: John Boren/ Getty Images

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sprach von einer "verheerenden Katastrophe": Bei dem Ausbruch des Vulkans auf der Insel White Island sind am Montag mindestens sechs Menschen gestorben. Acht Personen werden auf der Insel noch vermisst. Es gibt aber kaum Hoffnung, dort noch Überlebende zu finden.

Nach neuesten Angaben der Polizei hielten sich während des Ausbruchs 47 Menschen auf der Insel oder in deren unmittelbarer Nähe auf. 31 von ihnen erlitten Verletzungen, meist schwere Verbrennungen. Eine Person starb mittlerweile im Krankenhaus. Mehrere der Betroffenen befinden sich nach Angaben der Behörden in einem "kritischen Zustand". Die Polizei kündigte am Dienstag an, Ermittlungen zu dem Fall einzuleiten.

Laut Ardern kommen die Toten und Verletzten aus Neuseeland, Australien, den USA, China, Malaysia und Deutschland. Die meisten von ihnen waren mit einem Kreuzfahrtschiff unterwegs, der "Ovation of the Seas". Der Ausflug zu der Vulkaninsel gehörte zu einer Tagestour. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es: "Wir müssen davon ausgehen, dass Deutsche unter den Verletzten sind." Hinweise auf deutsche Todesopfer gebe es bislang keine. Diplomatenkreisen zufolge sollen vier der Verletzten aus Deutschland kommen.

Amateurvideo zeigt Rettung nach Vulkanausbruch

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Aus Sorge vor weiteren Eruptionen hielten sich die Rettungskräfte auch am Tag nach dem Ausbruch von White Island fern. Das geologische Überwachungszentrum Geonet bezifferte die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Ausbruchs auf 50 Prozent.

Der Vulkan von White Island ist Neuseelands aktivster. Der vorige größere Ausbruch war 2016. Damals wurde niemand verletzt. In den vergangenen Wochen war er wieder verstärkt aktiv. Trotz der Gefahren wird die Insel jedes Jahr von etwa 10.000 Menschen mit dem Boot besucht. Inzwischen gibt es eine Debatte, ob die Katastrophe hätte verhindert werden können. Ardern sagte: "Wir wissen, dass es größere Fragen geben wird. Diese Fragen müssen gestellt und beantwortet werden."

Die Insel befindet sich in Privatbesitz. Der Chef des Tourveranstalters White Island Tours, Paul Quinn, sagte im Rundfunksender Radio New Zealand, es habe keine Warnung gegeben, die Insel nicht mehr zu besuchen. Die Polizei will nun klären, wann White Island wieder betreten werden kann.

Am Dienstag ist Neuseeland an seiner Ostküste von einem Erdbeben erschüttert worden. Das Beben der Stärke 5,3 traf die Nordinsel des Pazifikstaats gegen 13 Uhr Ortszeit. Über größere Sachschäden oder Verletzte ist bisher nichts bekannt.

aar/dpa/Reuters