Nach Schutz durch Taliban Schwangere neuseeländische Journalistin darf Afghanistan verlassen

Die Journalistin Charlotte Bellis berichtete aus Afghanistan, dann wurde sie schwanger. Ihre Heimat Neuseeland verweigerte ihr aufgrund von Coronaregeln zunächst die Einreise. Nun gibt es ein Happy End.
Charlotte Bellis mit ihrem Partner Jim Huylebroek

Charlotte Bellis mit ihrem Partner Jim Huylebroek

Foto: Uncredited / dpa

Die in Afghanistan gestrandete Journalistin Charlotte Bellis darf nun doch in ihre Heimat Neuseeland ausreisen. Die restriktiven Corona-Einreisebestimmungen in Neuseeland hatten es der Schwangeren bislang unmöglich gemacht, Kabul zu verlassen. Nun habe ihr die neuseeländische Regierung eine Lösung angeboten, berichtet Bellis in einer Stellungnahme auf Instagram.

»Ich werde Anfang März in meine Heimat Neuseeland zurückkehren und meine Tochter zur Welt bringen«, schrieb Bellis.

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Neuseeland fährt eine sehr restriktive Coronapolitik bei einer im internationalen Vergleich sehr geringen Fallzahl. Unter rund fünf Millionen Einwohnern gab es laut WHO  bislang rund 15.600 registrierte Fälle, 52 Menschen starben mit oder an den Folgen einer Coronainfektion. Auch Staatsangehörige  müssen sich nach der Einreise in eine zweiwöchige Quarantäne unter militärischer Führung begeben. Die Plätze sind begrenzt – Bellis bekam kurzfristig keinen freien Termin.

Nun hat sie zwar einen Platz bekommen, die Verantwortlichen kritisierte Bellis jedoch erneut scharf. »Leider scheitert die Regierung weiterhin dabei, anzuerkennen, dass Schwangerschaften keine planbaren Ereignisse sind.« Sie werde weiterhin die Regierung »herausfordern«, Einreiselösungen zu finden, die die Neuseeländerinnen und Neuseeländer schützen und ihre Rechte respektieren.

Bellis hatte im vergangenen Jahr für den Fernsehsender Al Jazeera über die Machtübernahme der Taliban berichtet und dabei internationale Aufmerksamkeit erlangt, als sie Taliban-Führer über ihre Behandlung von Frauen und Kindern interviewte.

Im vergangenen September hatte sie festgestellt, dass sie von ihrem Partner, dem freien Fotografen Jim Huylebroek, schwanger ist. Und das, obwohl ihr die Ärzte gesagt hätten, sie könne keine Kinder bekommen. Es sei ein »Wunder«; im Mai soll ihre Tochter zur Welt kommen, berichtete Bellis.

Im November habe sie aufgehört, bei Al Jazeera zu arbeiten, das Paar sei in Huylebroeks Heimat Belgien gereist. Aber als Neuseeländerin habe sie dort aufgrund der Aufenthaltsbestimmungen nicht lange bleiben können, so Bellis. Zuflucht fand sie schließlich ausgerechnet wieder bei den Taliban: Der einzige Ort, für den sie beide Visa hätten, war Afghanistan.

Nach eigenen Angaben hat Bellis zuvor 59 Dokumente an die neuseeländischen Behörden  geschickt, inklusive Impfnachweisen und Nachweisen über die Schwangerschaft – aber sie hätten ihren Antrag auf Rückkehr im Notfall zunächst abgelehnt.

mrc