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25. Februar 2009, 14:20 Uhr

New Orleans

Bewaffnete schießen auf Karnevalszug

Schusswechsel auf der Mardi-Gras-Parade: Beim traditionellen Karnevalsumzug in New Orleans haben zwei Männer mindestens sieben Menschen mit Schusswaffen verletzt - darunter auch ein einjähriges Kind.

New Orleans - Panik beim Karnevalsumzug: Als am Dienstag in der Innenstadt der Südstaatenmetropole die ersten Kugeln durch die Luft flogen, gingen zahlreiche Teilnehmer der Mardi-Gras-Parade in Deckung und warfen sich zu Boden. "Die Leute waren wie versteinert", sagte Autoverleiherin Toni Labat, die mit ihren beiden Kindern wie Zehntausende andere zu der Party gekommen war. "Die Umzugswagen blieben stehen, alle Menschen duckten sich."

Sieben Besucher wurden bei dem Schusswechsel verletzt, darunter auch ein 20 Monate altes Kind. Keines der Opfer erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Der Polizei zufolge sind drei Männer im Alter von 50, 33 und 20 Jahren sowie zwei Frauen im Alter von 20 und 17 Jahren unter den Opfern. Sie wurden zusammen mit einem 15-jährigen Jungen im Krankenhaus behandelt. Die Polizei geht allerdings davon aus, dass es sich bei den Opfern um Passanten handelte, die nur zufällig angeschossen wurden.

Nach einer kurzen Verfolgungsjagd konnten zwei mutmaßliche Täter gefasst werden. Bei ihnen wurden drei Waffen sichergestellt. Die beiden Tatverdächtigen Mark B., 19, und Louis L., 18, wurden wegen Mordversuchs in sieben Fällen angeklagt. Über ein mögliches Motiv ist bisher nichts bekannt.

Die Anwohner reagierten schockiert auf die Schießerei. "Hier leben nur Familien", sagte Stadtratsmitglied Stacy Head einem örtlichen Fernsehsender. Die zwölftägigen Karnevalsfeierlichkeiten in New Orleans werden von der Parade am sogenannten Fetten Dienstag gekrönt. Zum Mardi Gras waren auch in diesem Jahr wieder Zehntausende Schaulustige gekommen.

Schießereien sind in der Stadt, die noch immer unter den Nachwirkungen des verheerenden Wirbelsturms "Katrina" leidet, durchaus keine Seltenheit. Während des Karnevals ereignen sie sich aber in der Regel erst in der Nacht und nicht auf der Hauptstrecke des Zugs, der von "King Rex", dem König des Karnevals, angeführt wird.

ala/AFP/Reuters

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