US-Bundesstaat New York 20 Tote bei Unfall mit Stretchlimousine

Es ist der schwerste Verkehrsunfall in den USA seit Jahren: Eine Limousine ist über eine Straßenkreuzung gefahren und gegen ein SUV geprallt. Insgesamt starben 20 Menschen, darunter zwei Fußgänger.

Unglücksstelle in Schoharie im US-Bundesstaat New York
AP

Unglücksstelle in Schoharie im US-Bundesstaat New York


Bei einem schweren Verkehrsunfall sind im US-Bundesstaat New York 20 Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei teilte am Sonntagnachmittag mit, es seien alle 18 Insassen einer Limousine ums Leben gekommen, darunter auch der Fahrer. Zudem seien zwei Fußgänger am Unfallort bei Schoharie tödlich verletzt worden, sagte Christopher Fiore von der New York State Police. Bei allen Opfern handelt es sich demnach um Erwachsene. Es sei der schwerste Verkehrsunfall in den USA seit fast zehn Jahren.

Der Unfall ereignete sich bereits am Samstag - in dem Ausflugsort etwa 270 Kilometer nördlich der US-Metropole New York. Nach Angaben der Polizei überfuhr die Limousine eine Straßenkreuzung und prallte auf ein geparktes, unbesetztes SUV. Der Unfall passierte vor einem Café, zu dem auch ein Laden gehört. Die Betreiber schrieben auf ihrer Facebook-Seite, es sei vor dem Geschäft zu einem schrecklichen Unfall gekommen.

Weitere Angaben zur möglichen Unfallursache oder zur Identität der Opfer machte die Polizei bisher nicht. Mehrere Behörden seien mit der Untersuchung des Vorfalls beschäftigt, hieß es.

"Sie haben das Vernünftige getan und eine Limo gebucht"

Erste Berichte, wonach die Insassen der Limousine auf dem Weg zu einer Hochzeit waren, bestätigten sich nicht. Angehörige der Opfer teilten inzwischen mit, das Fahrzeug sei auf dem Weg zu einer Geburtstagsfeier gewesen. In der Limousine saßen demnach vier Schwestern und ihre Freunde - es sollte der 30. Geburtstag der jüngsten Schwester gefeiert werden.

"Sie haben das Vernünftige getan und eine Limo gebucht, damit sie nicht selbst fahren müssen", sagte eine Tante der Schwestern, Barbara Douglas, vor Journalisten. Drei der Schwestern seien mit ihren Ehemännern im Auto gewesen. Die Kinder der Paare seien daheim geblieben.

"Dies ist einer der größten Verluste, den wir seit langer, langer Zeit gesehen haben", sagte der Vorsitzende des Nationalen Verkehrssicherheitsrats, Robert Sumwalt. Es sei der tödlichste Unfall seit Februar 2009, als der Flug von Colgan Air 3407 in Buffalo, New York, abstürzte und 50 Menschen tötete.

Rettungskräfte am Unfallort
DPA

Rettungskräfte am Unfallort

Sicherheitsprobleme in Limousinen werden seit Jahren in den USA diskutiert. Ein Unfall auf Long Island im Juli 2015, bei dem vier Frauen auf einer Weingut-Tour getötet wurden, heizte die Debatte an. Zu Stretchlimousinen umgebaute Fahrzeuge verfügen häufig nicht über Sicherheitsmaßnahmen wie Seitenairbags, verstärkte Überrollschutzbügel und begehbare Notausgänge. Limousinen, die in Fabriken gebaut werden, müssten strengere Sicherheitsvorschriften erfüllen.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo erklärte, sich für die schnellstmögliche Aufklärung des Falls einzusetzen: "Mein Herz ist gebrochen ob der 20 Menschen, die bei diesem fürchterlichen Unfall ums Leben kamen. Ich habe staatliche Stellen angewiesen, alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um bei dieser Untersuchung festzustellen, was zu dieser Tragödie geführt hat."

lie/mje/aar/dpa/AFP



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