Nach Blackout in Manhattan In New York geht das Licht wieder an

Ein Stromausfall hat Manhattan in der vergangenen Nacht in Dunkelheit versetzt. Inzwischen ist das Problem gelöst, Bürgermeister de Blasio beruhigt die New Yorker. Der Vorfall ereignete sich am 42. Jahrestag des großen Blackouts.


So dunkel wird es sonst nicht in New York: Wegen eines massiven Stromausfalls gingen in Manhattan am Samstagabend die Lichter aus. Betroffen waren die Stadtteile Midtown und Upper West Side. Die Störung wurde gegen Mitternacht behoben, wie Bürgermeister Bill de Blasio und der städtische Notdienst twitterten.

Der Versorger Con Edison sprach in einem Tweet von "erheblichen Stromausfällen". Mehr als 73.000 Menschen waren laut der "New York Times" betroffen. Der Blackout dauerte mehrere Stunden und erstreckte sich laut de Blasio über Straßenzüge zwischen dem Hudson River und der Fifth Avenue sowie zwischen der 42. und 72. Straße. Insbesondere der Broadway mit seinen zahlreichen Theatern und das Viertel Hell's Kitchen waren betroffen.

Die leuchtenden Anzeigetafeln auf dem berühmten Times Square gingen plötzlich aus. Aufzüge standen still, Ampeln fielen aus, auch an einigen U-Bahn-Stationen wurde der Betrieb eingestellt, berichteten örtliche Medien. Die Feuerwehr musste mehrfach ausrücken, um Menschen aus stecken gebliebenen Aufzügen zu retten.

Abgesagte Konzerte

Auch im Rockefeller Center fiel der Strom aus, vielfach saßen Kinobesucher plötzlich komplett im Dunkeln. Shows auf dem Broadway mussten abgesagt werden, mehrere Künstler boten spontane Auftritte auf dem Gehweg vor dem Eingang. Ein Konzert in der Carnegie Hall wurde abgebrochen, der Saal wurde geräumt, später setzten die Sänger ihre Darbietung vor dem Publikum vor dem Gebäude fort.

BRIALLEN HOPPER / @MARLINPIE

Auch ein Konzert der Sängerin Jennifer Lopez im Madison Square Garden musste wenige Minuten vor Beginn abgesagt werden. Lopez kündigte im Kurzbotschaftendienst Twitter an, den Auftritt nachzuholen.

Viele Geschäfte schlossen nach Medienberichten früher als sonst. Andere wiederum, wie Bars und Restaurants, hielten den Betrieb trotz Dunkelheit aufrecht. Als das Licht in New York wieder anging, jubelten die Menschen auf der Straße, wie dieses Video zeigt:

Hotelgäste steckten stundenlang im Aufzug fest

Dutzende Gäste des Hotels Row NYC in der 8th Avenue warteten auf dem Bürgersteig darauf, dass die Lichter wieder angingen. Die Hotelangestellten hätten sie gebeten, das Gebäude vorerst nicht zu betreten, da weder die Beleuchtung noch die Aufzüge funktionierten, berichtete die 16-jährige spanische Touristin Alba Moreno.

"Wir waren drinnen, als die Lichter ausgingen und gingen die Treppe hinunter", erzählte Hotelgast Monique Otero. Der Notstrom sei angegangen, wodurch sich auch die Türen der Fahrstühle geöffnet hätten, berichtete die Touristin. Einige Hotelgäste hätten daraufhin entschieden, den Aufzug anstelle der Treppe zu nehmen. Weil der Notstrom nur wenige Sekunden später ausgefallen sei, seien einige Hotelgäste über Stunden im Aufzug steckengeblieben, berichtete Otero.

"Mechanisches Problem"

Bürgermeister de Blasio sprach von einem "mechanischen Problem" im Stromnetz, das den Blackout ausgelöst habe. Der Stromausfall sei nicht auf Fremdeinwirkung zurückzuführen, twitterte er. "Das scheint etwas zu sein, das einfach bei der Stromverteilung von einem Stadtteil zum anderen schiefgelaufen ist", sagte er dem Sender CNN.

Die Rettungsdienste berichteten, dass möglicherweise ein Brand samt anschließender Explosion eines unterirdischen Transformators den Blackout verursacht habe.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo nannte den Blackout "gefährlich". Man könne in dieser Stadt einfach nicht einen Stromausfall dieser Größenordnung haben. "Wenn die Notlage vorbei ist, möchte ich wissen, was zum Teufel passiert ist", zitiert ihn die "New York Times" unter Berufung auf den Sender WABC-TV. Es sei schließlich nicht das erste Mal, dass man so ein Problem gehabt habe.

Der Stromausfall kam genau zum 42. Jahrestag des großen Blackouts von 1977, der ganz New York verdunkelte und ins Chaos stürzte. Plünderer und Brandstifter zogen damals durch die Stadt, die Polizei war im Dauereinsatz. Zwei weitere massive Stromausfälle ereigneten sich in New York in den Jahren 1965 und 2003.

jus/dpa/AFP



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Spiegelleserin57 14.07.2019
1. ein gutes Beispiel...
wie sensibel die Stromversorgung ist was ein Ausfall bewirken. Hier sei auch erwähnt dass dies nur ein kleiner Stromausfall war der "Nur" 40 000 Menschen betraf, also nur eine kleine Stadt. Könnte unsere Regierung auch aus solchen Ausfällen lernen?
DJ Bob 14.07.2019
2. oh je
Keine Bange liebe Leute die New Yorker gehen mittlerweile relativ entspannt mit Blackouts um auch wenn der Bericht hier fast schon versucht Panik zu verbreiten. Ählich extrem bevölkerte Städte der Welt mit entsprechenden Einwohnerzahl haben ebenfalls blackouts. Ich haver versucht ein ähnlich deutsche Pardon zu finden mit der gleichen Bevölkerungsdichte 11000Menschen/km² bei 9 Millionen Menschen zu finden. Natürlich fehlanzeige. Und deshalb sind wir Deutschen wirklich NICHT qualifiziert eine Urteil darüber abzugeben. Am ehesten kommt noch Berlin mit 3,6 MIllionen und 4600/km². Ich frage mich mit soviele Brennpunkte in Berlin bei der 20% von Harz4 leben wie eine Blackout die mehr als 24h andauert für Auswirkungen hat? Und unsere europäische Stromnetz ist so wackelig wie nie zuvor! "Danke" an Deutschland die mit ihre "heilige Energiewende" auch versuchen ihre europäische Nachbarn zu beeinflussen. Und jetzt haben wir nach der AKW Hype bei der über die hälfte der Bevölkerung in Schnappatmuing geraten ist jetzt den "C02" Hype. Aber andereseits mit der Niedergang des Export Wirtschaft die sich abzeichnet brauchen wir auch nicht sooo viel Strom...Vielleicht haben wir "glück" und es "gleicht" sich aus
Emderfriese 14.07.2019
3. Oha
"Der Stromausfall kam genau zum 42. Jahrestag des großen Blackouts von 1977..." Wenn das stimmt, möchte man doch eher nicht an einen internen Fehler denken - da möchten dann doch schon unbekannte Kräfte gewirkt haben. Welche, bleibt natürlich offen. Denn die "üblichen Verdächtigen" sollten keinen so schwerwiegenden Eingriff in die US-Stromversorgung durchführen können. Andernfalls wär die ganze Nation mehr als geschockt! Oha...
joes.world 14.07.2019
4. Mechanisches Problem? Oder glauben wir lieber den Faktencheckern
aus Hollywood? Filme wie "Deja vu" zeigen uns, dass geheime Regierungsprogramme ziemlich viel Strom abzapfen können. Und wenn dann ein Agent unerlaubter Weise einen Privattrip in die Vergangenheit unternimmt - wird es eng mit Strom für alle. Insofern beinahe ein Glück, dass nicht einmal 1% der New Yorker betroffen sein sollen. Das legt nahe, dass es keine Außerirdischen waren. Denn wenn die durch eine halbe Galaxy reisen, geben sie sich nicht mit so wenig Energie zufrieden. Wenn schon, dann ein Anfänger von "Men in Black", der die falsche Taste drückte. Also keine geheime INvasion, wir können beruhigt in den Morgen gehen, Natürlich könnte es auch Trump gewesen sein. Um demoratische Strongholds für deren Politik zu bestrafen. Oder es war einfach die First Lady, zu Besuch im Penthouse, die mal wieder zu viel auf einmal aufgeladen hat. ;-)
Peter Boots 14.07.2019
5. Kunden, nicht Menschen
Es waren etwa 73.000 Kunden bei denen der Strom ausfiel, und da auch Hotels dabei waren, und Hochhaeuser bei denen der Strom nicht in den Wohnungen gemessen wird, sondern pauschal in der Miete oder service charge bei Wohnungseigentuemern enthalten ist, waren mehrere hunderttausend Menschen ohne Strom. Der Ausfall wurde angeblich durch einen Brand in einem Verteiler ausgeloest -- bei mir in Hells Kitchen ging um etwa 18.47 EDT die Stromspannung (voltage) sichtbar herunter weil ich noch zwei alte Glühbirnen habe die auf einmal nur noch die Haelfte oder sogar weniger Licht spendeten. Dann hatte ich bis etwa 19.05 normale Spannung, und dann fiel der Strom in Hells Kitchen und Times Square aus, und vermutlich dann in den anderen Bereichen. Der Grund war dass die oertlichen Verteiler/Transformer (substations) sich ueberhitzten weil sie auch an naheligende andere substations bei Ausfaellen Strom weiterreichen. Dadurch kam es zu einer Kette von substation Ausfaellen. Ein Grund kann sein dass angeblich eine substation auf der West 42nd Street sich ueberhitzte und Feuer fing, und so die Kette ausloeste. Um 22.10 EDT war der Strom bei mir und in Times Square wieder an, und angeblich waren kurz nach 0.00 EDT die letzten Kunden wieder am Netz.
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