Mit Möbel aus dem TV-Studio geschleppt Klimaaktivist klebt sich in Livesendung auf dem Tisch fest

Eine Talkshow in den Niederlanden lud einen Klimaaktivisten ein, um mit ihm über extreme Formen des Protests zu sprechen. Der Mann nahm sich in der Sendung dabei mehr Platz als vorgesehen.

Ob Barrieren auf Autobahnen oder Suppe auf Museumsgemälde: Die drastischen Formen des Klimaprotests von Gruppierungen wie Extinction Rebellion oder Letzte Generation polarisieren. Darüber sollte auch in der niederländischen Talkshow »Jinek« für den Sender RTL debattiert werden – und »Jinek« lud mit Jelle de Graaf auch einen Vertreter von Extinction Rebellion ein.

Der Aktivist beließ es jedoch nicht bei Worten, sondern setzte sich auf den von Talkgästen umringten TV-Tisch – und klebte seine Handflächen kurzerhand auch noch daran fest. »Sie haben die Pflicht, ehrlich über die Klima- und Umweltkrise zu berichten. Eine Pflicht, der Sie nicht nachkommen«, warf de Graaf dem Moderator Beau van Erven Dorens vor. Er wolle nun über Klima und Ökologie sprechen, sagte der Aktivist.

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Für den Moderator, der die erkrankte Gastgeberin Eva Jinek vertreten sollte, dürfte das eine handfeste Überraschung gewesen sein. Er sprach zwar weiter mit dem Aktivisten. Er bezeichnete den Protest laut der Website NLTimes.nl  aber als nicht sehr sympathisch und zivilisiert, weil andere Gäste so nicht zu Wort kamen.

Vom Tisch gefallen

Nach einer Umbaupause war de Graaf nicht mehr im Studio. Auf einem währenddessen entstandenen Mitschnitt  ist zu sehen, wie Helfer de Graaf zusammen mit dem kompletten Tisch aus dem Studio tragen – und der Aktivist schließlich runterfällt. Er sei festgeklebt, sagte er dabei. Ernsthaft verletzt soll sich der Mann bei der Aktion aber nicht haben.

Im Nachhinein rechtfertigte er seinen Protest – und berichtete auf Twitter stolz: »Hunger in Kenia, Überschwemmungen in Pakistan und Nigeria, extreme Hitzewellen: Die Klimakrise trifft uns und bedroht uns alle. Aber Regierungen, Unternehmen und Medien machen weiter wie bisher. Um diese Absurdität aufzudecken, habe ich mich bei ›Jinek‹ an den Tisch geklebt.«

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Der Unmut über die erzwungenen Störungen, Behinderungen und Sachbeschädigungen durch Klimaaktivisten hat auch in Deutschland in den vergangenen Tagen zugenommen. Berlins SPD-Innensenatorin Iris Spranger kritisierte etwa zahlreiche falsche Feueralarme durch die Gruppen in öffentlichen Gebäuden – und kündigte Regressforderungen an.

apr
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