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Steigende Fallzahlen in der Coronakrise in Niedersachsen Sieben Prozent mehr häusliche Gewalt

Im Coronajahr 2020 hat die Gewalt in den eigenen vier Wänden in Niedersachsen zugenommen. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus der Kriminalstatistik des Landes hervor, die kommende Woche vorgestellt wird.
aus DER SPIEGEL 12/2021
Gewalt gegen Frauen (Themenfoto)

Gewalt gegen Frauen (Themenfoto)

Foto: Jörg Lange/ picture alliance / dpa

Niedersachsen verzeichnete im vergangenen Jahr einen Anstieg im Bereich der Gewalt im Familien- oder Beziehungskontext. Das geht aus der Kriminalstatistik hervor, die in der kommenden Woche vorgestellt werden soll. Während die Zahl der erfassten Straftaten im Coronajahr 2020 insgesamt um knapp zwei Prozent sank, verzeichneten die Ermittlungsbehörden 21.509 Fälle von häuslicher Gewalt, sieben Prozent mehr als vor der Coronakrise.

Aus: DER SPIEGEL 12/2021

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SPD-Innenminister Boris Pistorius erklärte, die Zahl dieser Straftaten steige schon seit Jahren an. »Neben dem Sondereffekt Corona mit Lockdown, geschlossenen Schulen und Homeoffice hängt die Zunahme der Ermittlungsverfahren auch damit zusammen, dass immer mehr Frauen sich trauen, die Taten anzuzeigen.«

Die Dunkelziffer liege allerdings »um ein Vielfaches höher« und soll nun in einer Studie beleuchtet werden. Pistorius drängt auf eine Verschärfung der Gesetze. Frauenfeindliche Beweggründe sollten nach den Vorstellungen von Pistorius »explizit als strafverschärfende Umstände genannt werden«.

In fast allen anderen Phänomenbereichen ging die Zahl der registrierten Straftaten hingegen zurück und unterschritt in der Kriminalstatistik des Landes erstmals die Marke von 500.000.

gud
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