Nigeria Vergiftetes Schmerzmittel tötet 84 Kinder

Es sollte Zahnungsschmerzen lindern, doch es brachte den Tod: Im westafrikanischen Nigeria sind 84 Kinder nach der Einnahme eines Sirups gestorben. Das Medikament wurde inzwischen verboten - es enthielt ein Frostschutzmittel.


Nairobi/Abuja - Nach Angaben von Gesundheitsminister Babatunde Osotimehin sind bislang 111 Krankheitsfälle bekannt geworden, berichtete der britische Rundfunksender BBC am Freitag. Laboruntersuchungen hatten ergeben, dass das in Lagos hergestellte Medikament ein Frostschutzmittel enthielt.

Das Diethylenglykol, das auch als Zusatz in Bremsflüssigkeiten verwendet wird, führte bei den Kindern zu schweren Nieren- und Leberschäden.

Die giftige Chemikalie wurde in vielen Flaschen des Paracetamol-Saftes in hoher Konzentration nachgewiesen. Die betroffenen Mädchen und Jungen litten unter Fieber, Durchfall und Erbrechen und konnten nicht mehr urinieren. Sie starben an Organversagen.

Die nigerianischen Behörden ordneten die Schließung der Fabrik und die Rücknahme des Medikaments an.

Der erste Fall wurde nach Angaben der Behörden Mitte November im Norden Nigerias gemeldet. Ermittlungen ergaben, dass der Sirup namens "My Pikin Baby Teething Mixture" für die Erkrankungen verantwortlich war.

Ein Mitarbeiter des Pharmaunternehmens Barewa habe das Diethylenglykol von einem nicht registrierten Lieferanten in einem Elendsviertel von Lagos erworben. Wie aus Kreisen der Gesundheitsbehörden verlautete, ging Barewa offenbar davon aus, es handele sich um Propylenglykol, einen gängigen Zusatz. Mehrere Barewa-Mitarbeiter wurden festgenommen.

han/dpa/AFP



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