No Smoking Briten dürfen nicht mehr im Pub paffen

Britische Kneipengänger können ihre Kippen künftig zu Hause lassen. Wie schon in Irland soll auch in Großbritannien Presseberichten zufolge ein weit reichendes Rauchverbot verhängt werden.


Raucherin: Briten droht Qualmverbot
DDP

Raucherin: Briten droht Qualmverbot

London - Die britische Regierung wolle am Montag bekannt geben, dass künftig in Pubs, Bars und Restaurants nicht mehr geraucht werden dürfe, berichteten Sonntagszeitungen. Dies solle entgegen der ursprünglichen Pläne der Regierung unter Premierminister Tony Blair auch für Kneipen gelten, in denen kein Essen serviert wird, schreibt der "Observer". Grund: Gesundheitsministerin Patricia Hewitt hält es für einfacher und kostengünstiger, ein generelles Rauchverbot zu verhängen.

Die "Sunday Times" berichtete, Hewitt werde ein generelles Rauchverbot nur unterstützen, wenn Geschäftsleute und die öffentliche Meinung dafür seien. In Irland und Norwegen besteht ein solches Rauchverbot bereits. Während die Einführung umstritten war, wird es Meinungsumfragen zufolge vor allem in Irland mittlerweile akzeptiert. Dort war am 29. März 2004 Europas schärfstes Rauchverbotsgesetz in Kraft getreten, das Zigaretten und anderes Rauchwerk weitgehend aus dem öffentlichen Leben verbannt

Das irische Verbot gilt für Restaurants, Kneipen und Arbeitsplätze, dazu zählen unter anderem auch Fischerboote und Dienstwagen. Verstöße werden mit bis zu 3000 Euro Strafe geahndet; Kneipenbesitzer müssen mit dem Verlust ihrer Lizenz rechnen.

Militärpolizei gegen alkoholisierte Randalierer

Betrunkene Randalierer müssen sich in Großbritannien zudem darauf gefasst machen, künftig nachts der Militärpolizei zu begegnen. Das Patrouillen-Konzept sei in Hertfordshire im Süden Englands erfolgreich getestet worden und solle nun auf Initiative von Innenminister Charles Clarke landesweit in zahlreichen Städten zum Tragen kommen, berichtete der "Sunday Telegraph".

Nach britischem Gesetz dürfen Militärpolizisten sie auch Zivilisten festnehmen, die betrunken randalieren. Die Militärpolizisten sind nur mit Schlagstöcken bewaffnet. Das Verteidigungsministerium verspricht sich dem Zeitungsbericht zufolge von der Präsenz der Militärpolizisten eine abschreckende Wirkung.

Angesichts einer Reihe von Studien über den steigenden Alkoholkonsum gerade unter Jugendlichen ist die Regierung in London alarmiert. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich demnach die Zahl der Todesfälle durch Leberzirrhose bei den 25- bis 44-Jährigen fast verzehnfacht. Eine der häufigsten Ursachen für diese Krankheit ist chronischer Alkoholmissbrauch.



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