Wegen Hidschab Friseurin lehnt muslimische Kundin ab - Bußgeld

Sie verweigerte einer Frau im Hidschab ihre Dienste: Dafür muss eine Friseurin in Norwegen jetzt 1000 Euro Bußgeld zahlen.
Malika Bayan kämpft gegen Diskriminierung von Muslimen

Malika Bayan kämpft gegen Diskriminierung von Muslimen

Foto: Johansen, Carina/ AP

Im Oktober vergangenen Jahres kam es in der norwegischen Kleinstadt Bryne zu einem Skandal: Malika Bayan hatte sich in den Friseursalon von Merete Hodne begeben, um sich die Haare färben zu lassen. Als sie nach dem Preis für eine solche Dienstleistung fragte, soll die Salonbesitzerin geantwortet haben: "Solche wie dich bediene ich nicht."

Anlass war offenbar die Glaubenszugehörigkeit der 24-jährigen Kundin. Sie hatte das Geschäft mit einem Hidschab bekleidet betreten, einem Schal, der in der Regel leger um den Kopf getragen wird und traditionell Haare und Hals komplett bedecken sollte.

Firsuerin Merete Hodne vor Gericht

Firsuerin Merete Hodne vor Gericht

Foto: Johansen, Carina/ AP

Die junge Muslimin wollte sich eine solche Ungleichbehandlung nicht gefallen lassen: Sie erstattete Anzeige wegen religiöser Diskriminierung. Weil die Friseurin ein erstes Bußgeld in Höhe von 8000 Kronen (863 Euro) nicht zahlen wollte, landete der Fall vor dem Bezirksgericht in Jaeren.

Dieses verurteilte Merete Hodne jetzt wegen religiöser Diskriminierung zu einem Bußgeld von 10.000 norwegischen Kronen (knapp 1080 Euro). Hodne muss außerdem die Gerichtskosten in Höhe von 5000 Kronen (knapp 540 Euro) tragen.

Die 47-jährige Beklagte will der norwegischen Nachrichtenagentur NTB zufolge in Berufung gehen. Hodne erklärte, sie habe nichts gegen Muslime. Der Hidschab sei für sie aber kein religiöses, sondern ein politisches Symbol, das ihr Angst mache: "Für mich ist das ein totalitäres Symbol. Wenn ich einen Hidschab sehe, denke ich nicht an Religion, sondern an totalitäre Ideologien und Regime", wurde Hodne von der Zeitung "Verdens Gang" zitiert.

Malika Bayan zeigte sich zufrieden mit dem Urteil. Dem "Aftenbladet" sagte sie: "Die Höhe der Strafe ist nicht wichtig für mich. Aber ich glaube, dass es gut ist, dass wir ein Zeichen setzen, und zeigen, dass es nicht in Ordnung ist, Menschen so zu behandeln."

Auf religiöse Diskriminierung stehen in Norwegen bis zu fünf Jahre Haft. Für viele muslimische Frauen ist die Verhüllung des Kopfes Ausdruck ihres Glaubens. Kritiker sehen darin ein Zeichen ihrer Unterdrückung. Der Hidschab ist zum Beispiel in Ländern wie Tunesien, Ägypten oder der Türkei die gängigste Form der Verschleierung.

ala/AFP/dpa