NSU-Mordopfer Unvergessen

Enver Simsek, Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Habil Kilic, Mehmet Turgut, Ismail Yasar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubasik, Halit Yozgat, Michèle Kiesewetter. Zehn ausgewählte Texte zu den zehn Mordopfern des NSU.
Gedenkstein für den 2006 von der rechtsextremen Terrorzelle NSU ermordeten Mehmet Kubasik

Gedenkstein für den 2006 von der rechtsextremen Terrorzelle NSU ermordeten Mehmet Kubasik

Foto: Bernd Thissen/ dpa

Bei der Urteilsverkündung im NSU-Prozess geht es vor allem um Beate Zschäpe und die vier anderen Angeklagten. Umso wichtiger ist die Erinnerung an die Opfer des "Nationalsozialistischen Untergrunds" und an das Leid der Angehörigen. Zehn Menschen wurden zwischen September 2000 und April 2007 getötet, zahlreiche verletzt.

Wie haben die Hinterbliebenen von den Toten erzählt? Wie fühlten sie sich von den Sicherheitsbehörden behandelt? Hinter jedem Gesicht steckt eine Geschichte aus fünf Jahren NSU-Prozess.

Enver Simsek
Foto: Bernd Thissen/ dpa

"Wie krank ist es, einen Menschen nur aufgrund seiner Herkunft zu töten?" Im NSU-Prozess hat der Sohn des Mordopfers Enver Simsek aufwühlend vom Leid seiner Familie erzählt. Viele Prozessbeteiligte reagierten emotional. Einer der fünf Angeklagten weinte hemmungslos.

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Abdurrahim Özüdogru
Foto: Bernd Thissen/ dpa

Bilder einer blutverschmierten Leiche, ein menschenverachtendes Bekennervideo: Die Beweisaufnahme im NSU-Prozess zeigt die Brutalität der Taten, die der Terrorzelle angelastet werden. Beate Zschäpe und ihre Mitangeklagten wenden ihren Blick von den Fotos ab - mit einer Ausnahme.

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Süleyman Tasköprü
Foto: Bernd Thissen/ dpa

"Er wollte mir was sagen, aber er konnte nicht": Mit bewegenden Worten hat der Vater des von NSU-Terroristen ermordeten Süleyman Tasköprü die letzten Sekunden im Leben des Sohnes beschrieben. Obwohl er zwei Deutsche vom Tatort fliehen sah, ging die Polizei der Spur nicht nach.

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Habil Kilic
Foto: Bernd Thissen/ dpa

"Eine absolut professionelle Hinrichtung": Als der Münchner Gemüsehändler Habil Kilic erschossen wurde, leitete Josef W. die ersten Ermittlungen. Nun hat der Ex-Polizist im NSU-Prozess ausgesagt. Die Witwe des Ermordeten klagt, mit dem Tod ihres Mannes habe sie alles verloren.

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Michèle Kiesewetter
Foto: Michael Latz/ dapd

"Von Zeit zu Zeit müssen die Fragen Ruhe geben": Am zehnten Jahrestag der Ermordung von Michèle Kiesewetter versammeln sich Angehörige der NSU-Opfer in Heilbronn. Sie leiden unter den vielen offenen Fragen der Mordserie - und unter den vielen Spekulationen.

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Mehmet Turgut
Foto: Bernd Thissen/ dpa

"Ich habe so etwas noch nicht gesehen": Im NSU-Prozess wird mehr und mehr deutlich, wie skrupellos die Täter der Ceska-Mordserie vorgingen. Nun sagte ein erfahrener Kripobeamter zum Mord an Mehmet Turgut in Rostock aus. Er ist sich sicher, dass es nicht die Tat eines Einzelnen war.

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Ismail Yasar
Foto: Bernd Thissen/ dpa

Ismail Yasar starb hinter dem Tresen seines Kebap-Imbisses in Nürnberg. Vor Gericht sagte ein Ermittler im NSU-Prozess aus, es sei für ihn offensichtlich gewesen, dass die Tat einen fremdenfeindlichen Hintergrund gehabt habe.

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Theodoros Boulgarides
Foto: picture alliance / dpa

Schlussvortrag der Nebenkläger im NSU-Prozess: Die Witwe des ermordeten Theodoros Boulgarides erzählt von ihrem Treffen mit einem Angeklagten. Zumindest bei ihm sieht sie Reue.

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Mehmet Kubasik
Foto: Bernd Thissen/ dpa

"Mein Herz ist mit Mehmet begraben": Im NSU-Prozess hat sich die Witwe des ermordeten Mehmet Kubasik an die Angeklagten gewandt - es war einer der emotionalsten Momente in dem Verfahren.

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Halit Yozgat
Foto: BKA/ picture-alliance/ DPA

"Denken Sie immer an mich, wenn Sie sich ins Bett legen": Halit Yozgat gilt als neuntes Mordopfer des NSU. Sein Vater ließ seinen Gefühlen vor dem Münchner Oberlandesgericht freien Lauf. Anders seine Mutter Ayse, sie richtete einen direkten Appell an Beate Zschäpe - und erntete überraschend deren Aufmerksamkeit.

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