Gerichtsurteil Paar darf nach Trennung nicht Hunde untereinander aufteilen

Ein Paar trennt sich und streitet um die sechs gemeinsamen Hunde. Nun hat ein Gericht entschieden, dass das Rudel nicht getrennt werden darf - und bei der Frau bleiben soll.


Das Rudel darf nicht auseinandergerissen werden: Nach der Trennung eines Ehepaars mit mehreren Hunden hat das Oberlandesgericht Nürnberg den Tierschutz in den Vordergrund gestellt. Die Hunde bleiben demnach bei dem Ex-Partner, bei dem sie zuletzt monatelang lebten. Ein erneuter Umgebungswechsel sei nicht zumutbar, urteilte das Oberlandesgericht in Nürnberg.

In dem Fall ging es um ein Ehepaar, das inzwischen getrennt lebt, aber sechs gemeinsame Hunde hat. Die Frau nahm die Tiere mit, als sie auszog. Zwei Hunde starben kurz danach.

Der Ehemann forderte zwei der vier noch lebenden Hunde im Rahmen der Hausratsaufteilung zurück - und klagte vor dem Amtsgericht Nürnberg, als seine Frau die Herausgabe verweigerte. Das Gericht sprach die Hunde der Ehefrau zu, der Mann ging daraufhin in Berufung.

Deshalb landete der Fall vor dem Oberlandesgericht Nürnberg, das das Urteil nun bestätigte. Die Richter berücksichtigten mehrere Aspekte: Hat einer der Eheleute ein größeres Interesse an den Hunden oder kann sich einer von beiden besser um die Tiere kümmern?

Da das Gericht in diesen Fragen keine Unterschiede feststellte, entschied es im Sinne des Tierschutzes. Hätte der Mann zwei der Hunde bekommen, wäre das Rudel demnach erneut auseinandergerissen worden. Der Umzug, der Tod der zwei Artgenossen und der Verlust des Ehemanns hätten im Rudel ohnehin zu Unruhe geführt. Eine erneute Trennung könne den Hunden nicht zugemutet werden. Die Tiere bleiben bei der Ehefrau.

koe/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
ffmfrankfurt 17.01.2017
1.
Sehr gute Entscheidung des Gerichtes. Wie wenig Ahnung von dem Sozialverhalten ihrer Hunde müssen diese beiden Menschen haben, wenn sie sie auseinanderreißen und allein als Druckmittel benutzen wollen. Schade, dass heutzutage jeder Hunde halten darf.
yom 17.01.2017
2. Hoffe, dass keine Kinder betroffen sind.
Ansonsten koennten die Ex-Partner vielleicht mal Brecht lesen: Der Kaukasische Kreidekreis. Ist nicht lang, der Text.
sojetztja 17.01.2017
3.
Wirklich interessant wäre ja, zu wissen, weshalb die beiden Hunde unter der Obhut der Frau (!) gestorben sind. Hund versterben ja nicht "einfach so". Ob diese Frage irgendeine Rolle bei der Entscheidungsfindung gespielt hat (z.B. im Zusammenhang mit der Frage, wer sich besser um die Tiere kümmern kann?)?
JanGosch 18.01.2017
4. Überschrift völlig irreführend
Natürlich hätte das Paar die Hunde aufteilen dürfen, wenn sich beide ohne Gericht geeinigt hätten. Nur weil sich die Partner darüber gestritten haben, hat ein Gericht der Frau Recht gegeben. Auch jetzt könnte sich die Frau immer noch anders entscheiden, wenn sie dann wollte. Aber es kommt ja häufiger vor, dass der eine Partner dem anderen mit solchen Handlungen ein auswischen möchte. Und ja warum zwei Hunde kurz nach der Trennung gestorben sind würde mich auch mal interessieren.
derbetroffenevater 03.02.2017
5. Behandelt Deutschland Hunde besser als seine Kinder???
Die Hunde würden bei Trennung des Rudels Schaden nehmen. Richtig!!! Bemerkenswert ist, dass die deutsche Justiz gegenüber Geschwisterkindern auf der anderen Seite völlig empathielos ist. Geschwister darf man gegen den Willen beider Eltern und gegen den Willen der Kinder trennen, ob die Schaden nehmen oder nicht, scheint da keine Rolle zu spielen. SZ Magazin Heft 2 vom 13.01.2017 http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/45462 Behandelt Deutschland Hunde besser als seine Kinder???
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