Gerichtsurteil Paar darf nach Trennung nicht Hunde untereinander aufteilen

Ein Paar trennt sich und streitet um die sechs gemeinsamen Hunde. Nun hat ein Gericht entschieden, dass das Rudel nicht getrennt werden darf - und bei der Frau bleiben soll.

Das Rudel darf nicht auseinandergerissen werden: Nach der Trennung eines Ehepaars mit mehreren Hunden hat das Oberlandesgericht Nürnberg den Tierschutz in den Vordergrund gestellt. Die Hunde bleiben demnach bei dem Ex-Partner, bei dem sie zuletzt monatelang lebten. Ein erneuter Umgebungswechsel sei nicht zumutbar, urteilte das Oberlandesgericht in Nürnberg .

In dem Fall ging es um ein Ehepaar, das inzwischen getrennt lebt, aber sechs gemeinsame Hunde hat. Die Frau nahm die Tiere mit, als sie auszog. Zwei Hunde starben kurz danach.

Der Ehemann forderte zwei der vier noch lebenden Hunde im Rahmen der Hausratsaufteilung zurück - und klagte vor dem Amtsgericht Nürnberg, als seine Frau die Herausgabe verweigerte. Das Gericht sprach die Hunde der Ehefrau zu, der Mann ging daraufhin in Berufung.

Deshalb landete der Fall vor dem Oberlandesgericht Nürnberg, das das Urteil nun bestätigte. Die Richter berücksichtigten mehrere Aspekte: Hat einer der Eheleute ein größeres Interesse an den Hunden oder kann sich einer von beiden besser um die Tiere kümmern?

Da das Gericht in diesen Fragen keine Unterschiede feststellte, entschied es im Sinne des Tierschutzes. Hätte der Mann zwei der Hunde bekommen, wäre das Rudel demnach erneut auseinandergerissen worden. Der Umzug, der Tod der zwei Artgenossen und der Verlust des Ehemanns hätten im Rudel ohnehin zu Unruhe geführt. Eine erneute Trennung könne den Hunden nicht zugemutet werden. Die Tiere bleiben bei der Ehefrau.

koe/dpa
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