Oberbayern in Angst Bär bleibt verschwunden

Die Suche nach dem Braunbären geht weiter - bisher ohne Erfolg. Weder hat der Koloss Spuren hinterlassen, noch hat er erneut Schafe oder Hühner gerissen.


München - In der Nacht zu heute habe der Bär keine neuen Schäden angerichtet. Insofern gebe es auch keine neuen Hinweise auf den Verbleib des Bären, sagte eine Sprecherin der Polizei im oberbayerischen Weilheim. Experten vermuten, dass das Tier wieder nach Österreich zurückgekehrt sein könnte. Nach Bayern hat aber auch das österreichische Bundesland Tirol eine Abschussgenehmigung erlassen.

Braunbär in Tirol: "Ein Fang wäre uns natürlich lieber als ein Abschuss"
DDP

Braunbär in Tirol: "Ein Fang wäre uns natürlich lieber als ein Abschuss"

Auch gestern hätten Wildbiologen und Förster keine Bärenspuren gefunden, sagte der Sprecher der Bayerischen Staatsforsten, Joachim Keßler. Die Mitarbeiter seien angewiesen, den Bären möglichst lebendig zu fangen. Der erste seit rund 170 Jahren wieder in freier Wildbahn in Deutschland gesichtete Bär hatte in den vergangenen Tagen in der Region um Garmisch-Partenkirchen rund ein Dutzend Schafe gerissen und selbst vor Beute in Siedlungen nicht Halt gemacht.

Unterdessen wird in Deutschland heftig über den geplanten Abschuss gestritten. Während Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber die von seinem Umweltminister Werner Schnappauf (beide CSU) erlassene Abschussgenehmigung verteidigte, kritisierten Naturschutzverbände die Anordnung als überzogen.

Der Deutsche Naturschutzring nannte die Abschusserlaubnis bayerischer Behörden "typisch deutsch". Präsident Hubert Weinzierl sagte: "Wir machen uns weltweit lächerlich." Schnappauf müsse seine Anordnung zurückziehen. Die Umweltstiftung WWF will weiter versuchen, den Bären lebend einzufangen. Der Bär gehöre zwar "aus der Region entnommen", sagte auch WWF-Österreich-Sprecherin Susanne Grof. "Aber ein Fang wäre uns natürlich lieber als ein Abschuss.

aki/dpa/ddp



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