Signal an Neonazis Österreichs Polizei zieht in Hitlers Geburtshaus

Was soll mit dem Haus geschehen, in dem Adolf Hitler 1889 geboren wurde? Nun scheint eine Lösung gefunden: Das Gebäude wird zur Polizeiwache. So sollen auch unliebsame Besucher abgeschreckt werden.

Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau: Neue Bewohner sind gefunden
DPA

Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau: Neue Bewohner sind gefunden


Über Jahre war es eine Streitfrage und auch ein nicht unerhebliches Politikum. Jetzt ist ein Verwendungszweck für das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau am Inn gefunden. Es soll künftig von der Polizei genutzt werden. Wie das Innenministerium am Dienstag mitteilte, werden das Bezirkspolizeikommando und die Polizeiinspektion Braunau nach einer Umgestaltung des Gebäudes dort einziehen.

Für die Baumaßnahmen werde noch im laufenden Monat ein EU-weiter Architektenwettbewerb gestartet. Mit einem Ergebnis des Wettbewerbs sei im ersten Halbjahr 2020 zu rechnen, danach soll dann mit dem Umbau begonnen werden.

"Durch die zukünftige Nutzung des Hauses durch die Polizei soll ein unmissverständliches Zeichen dafür gesetzt werden, dass dieses Gebäude für immer einer Erinnerung an den Nationalsozialismus entzogen ist", erklärte Innenminister Wolfgang Peschorn.

Enteignung wird für den Staat kostspielig

Der spätere Diktator Adolf Hitler (1889-1945) hatte seine ersten Lebensmonate in dem Gebäude verbracht. Das Hitlerhaus ist nach einer Enteignung seit Anfang 2017 im Besitz der Republik Österreich. Die Enteignung und Umgestaltung sollen verhindern, dass das Areal zu einer Pilgerstätte für Neonazis wird.

Hauptnutzer des Gebäudes war jahrzehntelang die Lebenshilfe mit einer Behindertenwerkstatt. Im Streit über notwendige Sanierungen zog die Organisation schließlich aus. Als Folge steht das Gebäude seit 2011 leer.

Allerdings hatte die Enteignung zu einem längeren Rechtsstreit zwischen der früheren Besitzerin und dem Staat um die Höhe der Entschädigung geführt. Bisher flossen 812.000 Euro an die frühere Besitzerin. Im Februar hatte ein Gericht die zu zahlende Summe sogar auf rund 1,5 Millionen Euro festgelegt.

jok/dpa



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