Ohio Amische flüchten vor Alkoholkontrolle - und lassen Kutsche zurück

In der Kutsche befanden sich ein riesiges Soundsystem und jede Menge Bier: In Ohio sind zwei junge Amische in eine Polizeikontrolle geraten. Die Männer konnten fliehen - dank ihres Zugpferds.

Kutsche von Amischen im US-Staat Kentucky (Archivbild): Zurückgelassene Kutsche bei Bauer untergestellt
AP Photo/Michael Dann

Kutsche von Amischen im US-Staat Kentucky (Archivbild): Zurückgelassene Kutsche bei Bauer untergestellt


Für ihren zurückhaltenden, friedlichen und traditionellen Lebensstil sind die Amish bekannt. Im US-Bundesstaat Ohio ist ein Polizist nun aber auf zwei junge Mitglieder der Religionsgemeinschaft mit einer zu einer mobilen Disco hochgerüsteten Kutsche und jeder Menge Bier aufmerksam geworden.

Als der Beamte Eric Hermsdorfer die beiden Männer zur Rede stellen wollte, warum sie an den Zügeln Alkohol tränken, seien sie geflüchtet, sagte ein anderer Polizist dem Sender CNN zufolge. Sie seien abgesprungen und in den Wald gelaufen, die Kutsche samt Zwölferpack Bier hätten sie zurückgelassen.

Auf Bildern ist zu sehen, wie hinter der Rückbank der Kutsche riesige Lautsprecher verbaut sind. Dabei schotten sich die Amischen sonst von technischem Fortschritt wie Elektrizität oder Massenmedien ab, vor allem in einigen Bezirken von Ohio, Pennsylvania, Indiana, Wisconsin und Michigan.

Für die Kutsche gelten gleiche Gesetze

Die beiden Männer konnten laut dem Bericht fliehen, während der Polizist damit beschäftigt war, das Pferd einzufangen, das sich davonmachen wollte. "Was die Kutsche anbelangt, ist sie leider nicht registriert", sagte Polizist Joe Dragovich CNN. "Doch sie ist ein Fahrzeug auf der Straße, für das die gleichen Gesetze gelten, auch was das Fahren unter Alkoholeinfluss anbelangt."

Nachdem die Polizei das Pferd eingefangen hatte, habe sie gehofft, dass es sie zu den beiden Männern führen würde - erfolglos. Bislang habe auch niemand das bei einem nahe gelegenen Bauern untergestellte Tier wieder abgeholt.

Polizist Dragovich mutmaßt, vielleicht haben die Mitglieder der Täufergemeinschaft Angst vor den Konsequenzen. Begossen stehen sie nun auf jeden Fall da - zumal in ihrer Gemeinschaft für Fehltritte teils drakonische Strafen verhängt werden.

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