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01. August 2019, 11:47 Uhr

Ohio

79-Jährige füttert streunende Katzen - und wird zu Freiheitsstrafe verurteilt

Im US-Bundesstaat Ohio hat sich eine 79-jährige Frau wiederholt der Anweisung des Richters widersetzt und weiterhin streunende Katzen gefüttert. Nun könnte sie dafür ins Gefängnis kommen.

Eine 79-jährige Frau ist im US-Bundesstaat Ohio zu einer zehntägigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, weil sie sich weigerte, streunende Katzen in ihrer Nachbarschaft nicht mehr zu füttern.

Der Nachrichtenseite Cleveland.com sagte die Frau namens Nancy Segula, dass sechs bis acht erwachsene Katzen immer zu ihr kämen - mittlerweile würden sie von ihren Jungen begleitet werden.

Doch in ihrem Wohnort Garfield Heights ist es illegal, streunende Hunde und Katzen zu füttern. Nachbarn hätten sich beschwert. Segula habe bereits mehr als 2000 Dollar Strafe gezahlt, sagte sie Cleveland.com.

Auch die Strafe habe sie aber nicht davon abhalten können, die Tiere zu füttern: "Die Katzen kommen weiterhin zu mir. Ich fühle mich schlecht und möchte ihnen etwas zu essen geben."

Segula sagte dem Sender CNN, dass ein Nachbar weggezogen sei und die Tiere zurückgelassen habe. "Ich vermisse meine eigenen Katzen, sie sind gestorben. Mein Ehemann ist auch gestorben, ich bin einsam." Die Katzen vor ihrer Haustür würden ihr helfen, sagte sie zu Cleveland.com.

Seit 2015 soll sie laut der Polizei vier Mal dafür belangt worden sein. Das teilte die Behörde auf ihrer Facebookseite mit.

Außer wegen der Fütterung der Tiere wurde sie dafür verurteilt, dass sich zu viele Katzen in ihrem Haus befanden. Zudem habe sie Abfälle nicht ordnungsgemäß entsorgt, die auch auf dem Grundstück ihres Nachbarn gefunden worden wären.

Bei einer Anhörung im Mai dieses Jahres wurde ihr erneut untersagt, die streunenden Katzen zu füttern. Die zehntägige Haftstrafe wurde ausgesetzt, sofern sie der Anweisung nachkommen würde. Da sie das aber nicht tat, sei sie wegen "Missachtung des Gerichts" verurteilt worden.

Demnach muss sie am 11. August ihre Strafe antreten. Nun will eine Richterin nach Kritik an der Entscheidung das Urteil noch einmal überprüfen.

cop/AP

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